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19Apr

Das Männer-Manifest – Eine Erklärung und einige Reaktionen dazu.

Schon erstaunlich was dies Papier für hohe Wellen geschlagen hat – über 680 Kommentare innerhalb nur weniger Tage und zahlreiche Artikel in überregionalen Zeitungen (taz, SZ, SPIEGEL, derWesten) und in der Blogossphäre (maedchenblog, maedchenmannschaft). Die taz hatte das Manifest als eine der ersten Zeitungen abgedruckt – und bereits kurz nach der Veröffentlichung wurde unser Papier zum Teil (sehr) kontrovers in den Kommentaren der Onlineausgabe der tageszeitung diskutiert. Auch unter dem Beitrag bei SPIEGEL-Online zum Männermanifest – Eine Gruppe männlicher Grüner fordert mehr feministisches Engagement ihrer Geschlechtsgenossen. – wurden innerhalb weniger Tage zahlreiche Kommentare  gepostet und unsere Aussage: Man wird nicht als Mann geboren, man wird dazu gemacht debattiert. Bei der Süddeutschen ZeitungSie sind jung und erfolgreich. Und doch haben 21 Grünen-Politiker keinen Bock mehr, Macho sein zu müssen – waren die Reaktionen der LeserInnen etwas verhaltener. Eines zeigen aber alle Reaktionen: Die Verfasser haben einen Nerv getroffen und eine schon längst fällige Debatte (intern wie extern) angestoßen. Man darf gespannt sein, was sich daraus entwickelt…

Am Rande der Bundesfrauenkonferenz haben wir kurz mit Sven Lehmann (Autor) über die Reaktionen gesprochen und natürlich auch noch einige Stimmen zum Grünen Männermanifest eingefangen.

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AutorIn:

Ein Team der Grünen Landesgeschäftsstelle aus NRW.

Website: redaktion

Kommentare

  1. youdid19. April 2010

    Das Statement von Renate Künast verstehe ich irgendwie nicht, denn meines Wissens setzten Frauen und Männer sich schon lange für bessere Kinderbetreuung ein und auch für bessere Bezahlung von ErzieherInnen. Wir haben diese Punkte zum Beispiel im Landtagsprogramm ziemlich ausführlich bedacht. Und das Programm wird ja nun vom Parteitag verabschiedet und keinesfalls von Frauen allein.

    Ich weiß auch nicht wieso jetzt die Frauen als Stichwortgeberinnen für die Manifest-Autoren gefragt sein sollten. Ich dachte wir wären BündnispartnerInnen und deshalb freue ich mich auf gemeinsame Initiativen.

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  2. hermaphrodit20. April 2010

    So ein hanebüchener Unsinn! Was hier aufgebaut wird, ist der Krieg zwischen den Geschlechtern. Warum sollten Männer jetzt für die bessere Bezahlung allein der KindergärtnerINNEN kämpfen? Das geht doch völlig an der Zielsetzung vorbei, dass die Geschlechter wieder zueinander finden!

    Wäre es nicht zum Wohle aller – der Kinder, dierJungs und letztlich auch der Kindergärtnerinnen – wenn der Beruf des Kindergärtnerns als solcher gesellschaftlich endlich wertgeschätzt würde und die 5%-Männerquote dort nicht als “weich” belächelt würde? Wann gibt es endlich eine Männerquote für Kindergärten und Grundschulen? DAS wäre ein Fortschritt. Die hier beschworene angebliche Emanzipation dreht sich nur weiter um die alte Frage nach der Macht.

    Was Frau Künast da so markig fordert, ist, dass die Männer sich die Schuhe (oder, psychoanalytisch gesehen, eher die Unterwäsche) ihrer enttäuschten Muttis anziehen und für ihre verbitterten Mütter und deren Interessen kämpfen sollen. Eine Gesellschaft, die, wie jetzt, alles Väterliche ablehnt, ist genauso aus dem Ruder gelaufen wie eine patriarchalische. Das zeigt nicht zuletzt dieses Männermanifest und diese Debatte.

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  3. Sven20. April 2010

    @hermaphrodit:

    Ich teile die Analyse des Künast-Kommentars, nicht aber die Konsequenz, dass das Männer-Manifest Zeichen einer “Ablehnung von Väterlichkeit” sei. Das Gegenteil ist der Fall! Wir fordern ja, dass mehr Männer Verantwortung in der Erziehung übernehmen — und diese Forderung richtet sich nicht unbedingt nur an die Männer, sondern zB auch an die Arbeitgeber, genau dies zu ermöglichen.

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  4. Skopje21. April 2010

    Und euch fällt nichts dabei auf, dass euer “Männer”-Manifest in der Blogosphäre lediglich vom MÄDCHENblog und der MÄDCHENmannschaft positiv beurteilt und ansonsten in die Tonne getreten wurde?

    LOL, das schaffen auch nur die Grünen: einen Text zusammenzustoppeln, der sich wie eine Parodie auf das Denken der siebziger Jahre liest, um, nachdem man dann von etlichen Männern reihenweise abgewatscht wurde, zu erklären, man habe einen Nerv getroffen und eine wichtige Debatte eröffnet.

    Erstellt doch morgen mal ein Manifest, warum Deutschland sich für seine Zukunft am sozialistischen System der DDR orientieren sollte. Wenn dann etliche Leute an eurem politischen Sachverstand zweifeln, könnt ihr euch auch damit brüsten, offensichtlich “einen Nerv getroffen” und “eine wichtige Debatte eröffnet” zu haben.

    Wenn hier Leute eine wichtige Debatte eröffnet haben, dann war es die Männerrechtsbewegung. Euer Manifest ist nur der gescheiterte Versuch eines Rollbacks.

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  5. Chris24. April 2010

    @Skopje:

    Es ist schon zu begrüßen, dass die “Grünen Männer” mit ihrem sogenannten Männer-Manifest eine längst überfällige Debatte über Männerfeindlichkeit und die inzwischen fast vollständige feministische Unterwanderung der Grünen eröffnet haben. Die vielen, teils heftigen, teils einfach nur verächtlichen oder spöttischen Reaktionen in den Medien zeigen dies nachdrücklich. Jetzt bricht es tatsächlich wie eine Lawine über die Grünen FeminnistInnen herein, im Grunde ist das aber nur der über Jahre aufgestaute Ärger über zahllose Männerbenachteiligung in vielen gesellschaftlichen Bereichen, für die die Grünen als symbolhafte Repräsentanten eines institutionalisierten Feminismus jetzt die Prügel abbekommen.
    Das Überschreiten der Grenze zur vollständigen Lächerlichkeit durch dieses Grüne “Manifest” war letztendlich der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht und zum zugegebenermassen recht schmerzhaften Auseinanderbrechen dieses masslos übersteigerten, grünen Feminismus-Wahnes geführt hat.

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  6. Chris24. April 2010

    Zusatz:

    Ja, man muss den “Grünen Männern” geradezu dankbar dafür sein, dass sie mit ihrem bizarren “Manifest” diese Debatte über Männerfeindlichkeit bei den Grünen und in der Gesellschaft und all die heftigen Reaktionen in so vielen Medien ausgelöst haben. Man kann sich allerdings fragen, ob dieses Manifest nicht vielleicht sogar eine Art “Hilferuf” war, sich selbst der Lächerlichkeit durch seine Veröffentlichung preiszugeben war für die Grünen Männer vielleicht die einzige Möglichkeit, auf ihre Situation innerhalb der Grünen aufmerksam zu machen und um Hilfe gegen den überbordenden Feminismus in ihrer Partei zu rufen. Auch dies wäre eine mögliche Interpretation, die Hilfe haben sie durch die vernichtenden öffentlichen Reaktionen dann jetzt wohl zur Genüge bekommen.

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  7. Sven25. April 2010

    @Skopje:

    Da sind wir ganz gelassen, denn die vielen positiven Reaktionen, die uns in Mails, Reaktionen von Verbänden und auf Fachtagungen erreichen, bestärken uns, dass Form und Inhalt des Männermanifestes genau richtig waren.

    Im übrigen sind die organisierten “Männerrechte”-Blogs (die de facto nix anderes als Frauenfeinde-Blogs sind) zum Glück nicht repräsentativ.

    Erhellendes zu genau diesem Geschlechterkampf gibt es hier:

    http://library.fes.de/pdf-files/wiso/07054.pdf

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  8. Sven Hannawald26. April 2010

    Sven schrieb:

    “die vielen positiven Reaktionen, die uns in Mails, Reaktionen von Verbänden und auf Fachtagungen erreichen, bestärken uns, dass Form und Inhalt des Männermanifestes genau richtig waren.”

    Ich gewinne mehr und mehr den Eindruck, daß Sie völlig die Bodenhaftung verloren haben und Ihnen die eigene poitische Karriere mittels Selbstverleugnung eher am Herzen liegt als das Wohl des Volkes.

    Sowohl Männer als auch Frauen haben sich im Kommentarstrang des Manifests als auch in anderen Medien zum allergrößten Teil kritisch geäußert, und so viele “Fachtagungen” haben Sie bis jetzt ja gar nicht zum Thema halten können; ich hätte jedenfalls davon gehört. Also Nichts als heiße Luft.

    Daß diejenigen, die ihren Lebensunterhalt aus dem bürokratisch umgesetzten Planstellen der Maxime “alle Männer sind umzuerziehende Schweine” ziehen, ist nicht sehr verwunderlich, dennoch glaube ich Ihnen die angebliche Welle der Zustimmung nicht. Nicht von echten Menschen!

    Welch peinliches Manifest: Keine Silbe zur Wehrpflicht (einst urgrünes Thema, jetzt überholt Sie die FDP), kein Wörtchen zur Gleichberechtigung beim Sorgerecht oder bei den Schulabschlüssen..Sie haben nach Jahrzehnten der medialen, gesellschaftlichen und juristischen Abwertung des Mannes wohl immer noch nicht gelernt, daß die gesellschaftlichen Folgen der letzten Jahrzehnte – wirtschaftliches Abrutschen, PISA, Jungenkrise, Fachkräftemangel etc – eben NICHT durch eine noch stärkere Umerziehung und Männerdiskriminierung sondern nur mit positiver männlicher Autorität, männlichem Selbstwertgefühl und einer angemessenen Prise Erfindungsgeist und Macho wieder zum Positiven wenden können.

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  9. gobelin27. April 2010

    Hallo Herr Lehmann,

    mit der Expertise von Herrn Dr. Gesterkamp haben sich mittlerweile mehrere Personen kritisch auseinandergesetzt.

    Für den Journalisten Fabian Heinzel ergaben sich daraus einige kritische Fragen an Herrn Gesterkamp:

    http://www.freiewelt.net/nachricht-3701/freiewelt-debatte:-stehen-sie-ihren-mann,-herr-dr.-gesterkamp!.html

    Einen offenen Brief von Dr. Matthias Stiehler, dem Vorsitzenden des Dresdner Instituts für Erwachsenenbildung und Gesundheitswissenschaft gibt es hier nachzulesen:

    http://arnehoffmann.blogspot.com/2010/03/herr-gesterkamp-kehren-sie-zum.html

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  10. Nick28. April 2010

    “..die vielen positiven Reaktionen, die uns in Mails, Reaktionen von Verbänden und auf Fachtagungen erreichen, bestärken uns, dass Form und Inhalt des Männermanifestes genau richtig waren.”

    Das war fast zu vermuten, da hat ja ein ganzer Apparat sich schon jahrzehntelang nicht mehr bewegen können.
    Da bleibt nur: Überall kräftig nachtreten, in dem Punkt auch den Konservativen das Wort zu reden, damit der ganze lila Betonverband endlich seinen wohlverdienten Platz auf dem Müllhaufen der deutschen Geschichte findet.

    Seit 20 Jahren klinisch endgültig tot, wird es nun wirklich Zeit die Leiche zu entsorgen. Sie fängt an, erbärmlich zu stinken.

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  1. [...] Lesenswert: Sehr viele spannende Gedanken zum Thema macht sich Ferdinand Knauß in seinem Genderblog. [...]

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