Das hatte sich EnBW wohl alles etwas anders gedacht : Um das ramponierte Image des Atomriesen aufzupolieren, legte man eine Image-Kampagne auf. User-Generated-Content, Jugendliche, ein Wettbewerb an Schulen – ja, das klingt ultra hipp und alle werden merken, was für ein tolles Unternehmen wir doch sind. Schnell ist da die Atomkraft vergessen. Zusammen mit dem damals noch schwarz-gelben Ministerium für Kultus, Jugend und Sport rief man den Wettbewerb “Energie-Reporter im Einsatz” an den Schulen in Baden-Württemberg aus. Kurze Videoclips sollten die SchülerInnen drehen, um dafür eine Kamera zu bekommen. Die inhaltliche Vorgaben lesen sich so:
“Die Hauptrolle in eurem Film muss der Energieverbrauch in eurer Stadt spielen. Beleuchtet, woher der Strom kommt, für was er verwendet wird oder wer die Menschen sind, die eine reibungslose Energieversorgung möglich machen.”
Greenwashing vom Feinsten. Die SchülerInnen der Neumattschule aus Lörrach durchschauten diesen Marketing-Trick von EnBW und wollten das dreckige Spiel nicht mitspielen. Stattdessen produzierten sie ein Video der anderen Art, mit dem Titel “Es muss nicht sein”:
Komisch, dass EnBW das ganze nicht so schmeckt. Via Twitter kanzelte man das Video der SchülerInnen ab:
Das Thema erfordert einen differenzierten Dialog und mehr als sich nur oberflächlich damit zu beschäftigen.
Statt sich selbst einem differenzierten Dialog zu stellen, beleidigt man lieber die SchülerInnen, die das oberflächliche Marketinggewäsch von EnBW nicht mittragen wollen. Das ist genau die richtige Reaktion, liebe EnBW. Wie es zu erwarten war, macht das Video und auch die Reaktion von EnBW die Runde im Netz und EnBW löscht kritische Beiträge auf der eigenen Facebook-Seite – mehr lest hier dazu auf mb21.
Wir empfehlen: Wenn EnBW schon nicht aus der Atomkraft aussteigen will, macht Euch euren eigenen Atomausstieg und werden Stromwechsler.


