Weiter zum Inhalt

Das Netz

 

 

19Apr

EnBW – Es muss nicht sein

Das hatte sich EnBW wohl alles etwas anders gedacht : Um das ramponierte Image des Atomriesen aufzupolieren, legte man eine Image-Kampagne auf. User-Generated-Content, Jugendliche, ein Wettbewerb an Schulen – ja, das klingt ultra hipp und alle werden merken, was für ein tolles Unternehmen wir doch sind. Schnell ist da die Atomkraft vergessen. Zusammen mit dem damals noch schwarz-gelben Ministerium für Kultus, Jugend und Sport rief man den Wettbewerb “Energie-Reporter im Einsatz” an den Schulen in Baden-Württemberg aus. Kurze Videoclips sollten die SchülerInnen drehen, um dafür eine Kamera zu bekommen. Die inhaltliche Vorgaben lesen sich so:

“Die Hauptrolle in eurem Film muss der Energieverbrauch in eurer Stadt spielen. Beleuchtet, woher der Strom kommt, für was er verwendet wird oder wer die Menschen sind, die eine reibungslose Energieversorgung möglich machen.”

Greenwashing vom Feinsten. Die SchülerInnen der Neumattschule aus Lörrach durchschauten diesen Marketing-Trick von EnBW und wollten das dreckige Spiel nicht mitspielen. Stattdessen produzierten sie ein Video der anderen Art, mit dem Titel “Es muss nicht sein”:

YouTube Preview Image

Komisch, dass EnBW das ganze nicht so schmeckt. Via Twitter kanzelte man das Video der SchülerInnen ab:

Das Thema erfordert einen differenzierten Dialog und mehr als sich nur oberflächlich damit zu beschäftigen.

Statt sich selbst einem differenzierten Dialog zu stellen, beleidigt man lieber die SchülerInnen, die das oberflächliche Marketinggewäsch von EnBW nicht mittragen wollen. Das ist genau die richtige Reaktion, liebe EnBW. Wie es zu erwarten war, macht das Video und auch die Reaktion von EnBW die Runde im Netz und EnBW löscht kritische Beiträge auf der eigenen Facebook-Seite – mehr lest hier dazu auf mb21.

Wir empfehlen: Wenn EnBW schon nicht aus der Atomkraft aussteigen will, macht Euch euren eigenen Atomausstieg und werden Stromwechsler.

04Apr

VerbraucherInnenschutz digital – Eure Ideen und Vorschläge

Das Netz ist zum gesamtgesellschaftlichen Kreativ-, Wirtschafts- und Sozialraum geworden. Aus dem Prozess der Digitalisierung ergeben sich große Chancen: Wenn die Teilhabe an diesem Prozess für alle Menschen gewährleistet wird, können birgt die Digitalisierung große Potenziale. Unsere Demokratie wird profitieren, wenn durch das Netz eine erweiterte Öffentlichkeit auf Transparenz und Dialog drängt. Informationen und Wissen können offener gestaltet werden, das Bildungswesen wird gestärkt. Schließlich ergibt sich aus der Schaffung virtueller kreativer Räume die Chance für neue wirtschaftliche Entwicklungen, die Intelligenz der Masse wird – wenn Prozesse zu ihrer Entfaltung richtig unterstützt werden – ein ungeahntes Innovationspotenzial freisetzen.

Andererseits gibt es auch Bereiche, in denen sich im Internet Risiken für die als Verbraucherinnen und Verbraucher auftretenden Bürgerinnen und Bürger ergeben. Öffentliche Stellen haben in diesen Feldern einen legitimen Schutzanspruch und Schutzauftrag gegenüber ihren Bürgerinnen und Bürgern.

Verbraucherschutz im Internet gelingt nicht allein durch Regulierung, sondern stellt die frühe und nachhaltige Vermittlung von Medien- und Datenschutzkompetenz in den Mittelpunkt. Nur wenn diese Elemente angemessen verzahnt ineinandergreifen ist es möglich, Verbraucherinnen und Verbraucher im Internet zu schützen und zugleich die Freiheit des Internets als wesentlichen Baustein der Demokratie im Zeitalter der Digitalisierung zu erhalten.

Obwohl sie für das gesellschaftliche Zusammenleben wesentliche Fragen berühren, werden netzpolitische Debatten noch zu oft hysterisch und mit wenig Sachverstand geführt. Beispielhaft erwähnt seien hier die Debatten um Street View und der von Aktionismus und Symbolpolitik geprägte Streit von Bundesverbraucherschutzministerin Aigner mit Facebook, dessen Absurdität in Frau Aigners “Sehe-ich-mich-gezwungen“- Zitat wunderbar entlarvt wurde.

Die Metapher, das Internet sei ein „Rechtsfreier Raum“ geht gerade im Handel fehl. Insbesondere im  Bereich des E-Commerce ist das Internet hochreguliert, sodass sogar eher die Gefahr besteht, dass Verbraucherinnen und Verbraucher überfordert und der Komplexität der an sie gestellten Anforderungen nicht gewachsen sind. Umso wichtiger ist es, einen nachvollziehbaren und verständlichen Rahmen zu schaffen, in dem Schutz ohne Überforderung, vor allem aber ohne Bevormundung und Eingriffe in die Freiheit des Internets realisiert wird.

Wir haben vor, das Thema Verbraucherschutz im Netz in den nächsten Wochen und Monaten im Landtag verstärkt zu bearbeiten. Dafür wollen wir, Hans-Christian Markert (Sprecher für Verbraucherschutzpolitik) und Matthi Bolte (Sprecher für Netzpolitik) Euren Input: Was brennt Euch auf den Nägeln, was sind Eure Themen? Und natürlich auch: Was sollte Politik tun und was sollten wir lieber lassen?

Wir freuen uns auf eine anregende Diskussion!

30Mrz

“Ist dieses Twitter überhaupt sicher? Und muss ich da Kunde werden?”

Dieses Video von der Bundespressekonferenz wollen wir Euch nicht vorenthalten. Die versammelten Hauptstadtjournalisten müssen sich scheinbar doch noch etwas an den Twitteraccount von Regierungssprecher Seibert gewöhnen, die Häme in Netz ist natürlich groß: “Zwei Welten prallen aufeinander” ist da noch eine der freundlichsten Kommentare. Aber genug geredet, schaut selbst:

Wenn ihr auch “Kunde” von unseren Twittermeldungen werden wollt, hier geht’s lang. Die Tweets sind natürlich alle öffentlich und auch von Nicht-Twitterern jederzeit abrufbar.

Seiten: 1 2 3 4 »

Valides XHTML & CSS. Realisiert mit Wordpress und dem Blum-O-Matic -Theme von kre8tiv.
63 Datenbankanfragen in 0,333 Sekunden · Anmelden