Bildungspolitisch stagniert NRW unter Schwarz-Gelb. Doch wie lange können wir uns eine schwarz-gelbe Bildungspolitik noch leisten? Veränderungen können wir nicht von heute auf morgen herbeiführen, daher ist es umso wichtiger sofort damit anzufangen! Im Interesse unsere Kinder fordern wir gleiche Bildungschancen für alle. Denn gerade soziale Gerechtigkeit leistet das Schulsystem von heute nicht. Das frühe Selektieren führt zu erhöhtem Druck für die Kinder und ist zudem ungerecht. Gemeinsam lernen und sich entwickeln bleibt für viele Kinder eine unerreichbare Möglichkeit. Welche Motivation nehmen Schüler mit auf ihren Weg, wenn über die Bildungsmöglichkeiten die Biografie bestimmt wird? Dieses Thema geht uns alle an. Deswegen veranstalten wir in Minden-Lübbecke und in Lippe verschiedene Diskussionen zum Thema Schule. Der letzte findet am Donnerstag in Lemgo mit Sigrid Beer statt. Klar ist, wir müssen in NRW von unten anfangen und Schulen, die sich verändern wollen, unterstützen. Wenn in ländlichen Gegenden sich die Kommunen daran machen, ihre Schulstandorte zu erhalten, dann müssen Lösungen her, Doch diese Landesregierung blockiert und daher kann es nur eines geben: Weg mit schwarz-gelb!
Geschlossen im Kampf für die Schulreform
In der Politik geht es oft um Macht. Und um Einfluss. Manchmal auch um eine gute Show. Und manchmal geht’s tatsächlich auch um die Leute, die die Politik direkt betrifft. Da raufen sich Politiker aller Parteien zusammen, um gemeinsam etwas zu verbessern. Einen überparteilichen Konsens nennt man das, zuletzt geschehen jetzt in Hamburg. Dort hat sich jetzt auch die Opposition aus Linke und vor allem der SPD endlich für die Schulreform ausgesprochen und zieht gemeinsam mit GAL und CDU in die Auseinandersetzung um längeres gemeinsames Lernen. Gegenspieler ist die Initiative „Wir wollen lernen“, mit denen auch nach wochenlangen Verhandlungen keine Einigung erzielt werden konnte. Einen aufschlussreichen Beitrag über diese Initiative gibt es übrigens beim ARD-Magazin Panorama zu sehen.
Sechs Jahre Primarschule, Abi an beiden weiterführenden Schulen
Ab 2012 soll es jetzt in Hamburg nur noch sechsjährige Primarschulen geben. Im Anschluss können Kinder entweder auf Stadtteilschulen oder Gymnasien gehen, das entscheiden die Eltern. Nach der 7. Klasse auf dem Gymnasium legen dann die Lehrer fest, welches Kind auf dem Gymnasium bleibt, oder besser zur Stadtteilschule wechselt. Abitur kann man an beiden Schulen machen. Dazu werden die Klassen verkleinert, in Zukunft werden maximal 23 Kinder in einer Klasse sein, in Problembezirken lernen sogar nur 19 Schüler gemeinsam im Klassenverbund. Das umstrittene Büchergeld fällt ebenfalls weg.
Signalwirkung für NRW
Für NRW ist die geplante Schulreform in Hamburg ein wichtiges Signal, wenn es um die Bildungspolitik in unserem Bundesland geht. Alle Parteien in Hamburg haben sich hinter die Reform gestellt, sie alle sehen, wie dringend es ist, das ungerechte dreigliedrige Schulsystem und die Aussortierung nach der 4. Klasse endlich abzuschaffen. Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust von der CDU war früher übrigens selbst einmal glühender Verfechter des dreigliedrigen Schulsystems. Er ist mittlerweile fest davon überzeugt, dass längeres gemeinsames Lernen unabdingbar wichtig für Kinder ist. Ein solches Umdenken sollte auch Signalwirkung für so einige Politiker in NRW haben…
Schlusslicht – NRW hinkt bei neuen Plätzen für StudienanfängerInnen hinterher
Minister Pinkwarts Hochschulpakt ist in NRW gescheitert. Das kann man mit Fug und Recht auf der Grundlage des aktuellen Berichts des Bundesfinanzministeriums zur Umsetzung des Hochschulpakts 2020 so feststellen. NRW liegt um mehr als 7.000 StudienanfängerInnen hinter den ursprünglichen Plänen von 2007 zurück. 18.490 zusätzliche junge Leute sollten in den Jahren 2007-2009 in NRW aufgenommen werden. Bisher sind es aber gerade mal 11.176. Und die doppelten Abiturjahrgänge kommen erst noch. Die peinliche Vorstellung wird nur getoppt, indem Minister Pinkwart trotzdem verkündet: NRW sei voll im Soll. Der Realitätsverlust bei der FDP greift weiter um sich.






