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23Jan

CDU-Listenwahl mit sozialistischen Einheitsergebnissen – Rüttgers zum Spitzenkandidaten gewählt

Aber: Schwarz-Gelb in NRW definitiv OHNE Mehrheit

Gut durchorganisiert, strukturiert und schnell abgehakt – die heutige Listenwahl der CDU mit 114 Kandidaten und Kandidatinnen war in rund einer Stunde gelaufen. Auf Platz 1: Jürgen Rüttgers, gewählt mit fast 98 % der als gültig gewerteten Stimmen. Die gesamten 20 Plätze wurden übrigens mit Ergebnissen von deutlich über 90 % gewählt – sozialistische Einheitsergebnisse eben. Das gilt für Minister Uhlenberg genauso wie für Landtagspräsidentin von Dinther oder Schulministerin Sommer. Allerdings zog bei der letzten Landtagswahl 2005 kein einziger dieser Listenplätze, so dass es z. B. für Ex-Bauminister und CDU-Ruhrgebietschef Wittke eng werden könnte.

So unspannend die Listenaufstellung war, so unspannend war die gesamte Versammlung der Landes-CDU in der Essener Messe West. Henrik Wüst – Generalsekretär der NRW CDU und damit eigentlich von Hause aus Einpeitscher – peitschte zwar, traf das Ziel aber nicht. Der monotone Singsang von der SPD, die sowieso nur mit der Linken wolle, wird nicht stimmiger, wenn man ihn nur immer wieder wiederholt. Interessant fand ich aber, dass Wüst feststellte: Die CDU würde sich mit der Linkspartei auseinandersetzen, weil die SPD dies zwar ständig sage, aber nicht mache. Aha.

Und dann Jürgen Rüttgers, der es mit einem mäßigen Auftritt und einer farblosen Rede auf das Ergebnis von knapp 98 % brachte. Nichts Neues hatte er zu sagen, alles in den vergangenen Tagen schon gehört – ob Donnerstag im Plenum bei seiner Regierungserklärung zur Zukunft NRWs oder auf dem CDU-Neujahrsempfang: Hartz IV müsse gerechter werden, die Schuldenbremse in die Landesverfassung verankert werden, damit das Land bis 2020 einen ausgeglichenen Haushalt aufstellen könne – das klang auch schon mal deutlich ambitionierter – und die Verkleinerung von Grundschul- und Hauptschulklassen, aber: ab 2015, wo bekanntlich schon die nächste Legislatur beginnt.

Rüttgers: Missglückter Start von Schwarz-Gelb im Bund

Sehr klar sprach Rüttgers allerdings von einem „missglückten Start“ von Schwarz-Gelb im Bund. Bei der FDP sei ein Teil dabei, der nicht von großer Weisheit geprägt sei, stellte Rüttgers fest und forderte: Das müsse sich ändern.

Sicher ist bei der CDU nur, dass sie unsicher sein muss. Die schwarz-gelbe Mehrheit in Nordrhein-Westfalen ist laut aktueller Infratest-Umfrage für den WDR futsch. CDU und FDP liegen nur einen Prozentpunkt vor Rot-Grün. Das Rennen ist also komplett offen – das wussten heute auch die CDU-Delegierten, die trotzdem gut auf Schwarz-Gelb eingepeitscht sind. Hier hat der wüste Wüst sein Ziel wohl nicht verfehlt.

Die Umfrage sieht die CDU derzeit bei 36% der Stimmen, die SPD bei 32%, die GRÜNEN sind klar dritte Kraft mit 12%, die FDP verliert auf 9% und die Linkspartei auf 6%. Der ökologisch-soziale Politikwechsel in NRW ist möglich und greifbar. Wir Grüne werden jedenfalls weiter dafür kämpfen.

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22Jan

Zwischenfall in Gronau: Atomkraft – Nein Danke!

In den Nachrichten läuft es aktuell hoch und runter: In der Urananreicherungsanlage in Gronau im Nordwesten NRWs ist radioaktives Uranhexoflourid ausgetreten. Ein Arbeiter wurde möglicherweise verstrahlt. Der Mann ist ins Krankenhaus gebracht worden und wird dort beobachtet. Die Ursache ist noch unklar, die Atomaufsichtsbehörde ermittelt mittlerweile.

Dieser Zwischenfall beweist wieder einmal, dass Unfälle in Atomanlagen immer möglich sind. Atomkraft ist riskant und ein unberechenbares Risiko – auch in Deutschland. Wir GRÜNEN wollen deshalb raus aus der Atomenergienutzung.

Foto von Roadrunner38124@FlickRDoch die CDU-FPD-Bundesregierung verhandelt mit den Atomkonzernen über Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke. Je länger die AKWs laufen, desto gefährlicher wird es. Die Anlagen werden unsicherer, je älter sie werden. Das zeigen uns nicht nur  Krümmel (seit Juni 2007 abgeschaltet), Biblis und all die anderen abgeschalteten Atomkraftwerke (Wo ist hier übrigens die viel propagierte Versorungslücke, die uns die Atomlobby weismachen möchte?).

Deshalb muss es beim Atomausstieg bleiben. Und auch die Gronauer Urananreicherungsanlage muss stillgelegt werden: Atomkraft – Nein Danke!

Update

Wir haben dazu auch noch einmal unsere Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann um ein Statement gebeten:

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21Jan

Die Rabatt-Könige der FDP

So lautet heute eine treffende Schlagzeile auf sueddeutsche-online, die herausgefunden hat: Zwischen der FDP und der Deutschen Krankenversicherung (DKV) gibt es auch eine geschäftliche Vereinbarung in Form eines günstigen Rundum-sorglos-Pakets – nicht nur für Abgeordnete, sondern exklusiv für alle Parteimitgliedern. „Die liberale Alternative zur Gesundheitsreform“ lautet das Angebot, mit dem die Deutsche Krankenversicherung, die übrigens Europas größter Privatversicherer ist, auf der FDP-eigenen Internet-Plattform netzwerk-mit-nutzwert.de wirbt. An weitere Infos kommt dann nur, wer sich ordentlich als FDP-Mitglied legitimieren kann. Im Gegenzug wirbt die DKV auf ihren Seiten deutlich mit dem FDP-Logo und dokumentiert auch textlich ihre Nähe zu den Gelben.
Nicht nur der Autor der sz meint: Eine von Parteichef Westerwelle eingefädelte Partnerschaft, die sich auszahlt für FDP-Mitglieder und Mitarbeiter. Fünf Prozent Rabatt, Vorerkrankungen zählen nicht, Familienmitglieder werden mitversichert und Wartezeiten gibt es auch nicht. Die Partei der dreistesten Klientelpolitik und der Besserverdienenden lässt mal wieder schamlos grüßen. Eine schöne Dokumentation dafür, wie sich Privatwirtschaft eine Partei, die auch noch mit regiert gewogen macht.

Anlass für die Recherche von sueddeutsche.de war übrigens unser parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion, Volker Beck. Er fragte in der Generaldebatte des Bundestags zum Haushalt: „Trifft es eigentlich zu, dass Mitglieder der FDP-Fraktion Sonderkonditionen bei der DKV angeboten bekommen?“ Trifft zu, aber eben für alle Mitglieder der FDP!

Erst lässt sich die FDP von einem Hotelbesitzer für die Mehrwertsteuersenkung bei Hotel-Übernachtungen mit 1,1 Millionen Euro bezahlen – dann verschafft sie ihren Mitgliedern Rabatte bei einer der Versicherungen, die schon heiß auf die von der FDP an Privatisierung der Krankenversicherung ist.

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20Jan

Elektrisch mobil in die Zukunft: Die Weichen richtig stellen

Am Mittwoch, dem 27. Januar findet um 14.00 Uhr im Landtag eine große Anhörung des Wirtschaftsausschusses zum Thema “Elektromobilität” statt. Grundlage dafür ist ein GRÜNER Antrag aus dem Sommer letzten Jahres. Dabei wird sich weniger die Frage stellen, OB der Einstieg in die Elektromobilität im Individualverkehr stattfindet, sondern WIE dies erfolgen wird. Im Klartext: Ist es vordringliches Ziel, sich auf den Bau von Fahrzeugen der Premiumklasse, etwa nach Art des Tesla Roadster mit 248 PS, von 0 auf 100 km/h in 4,2 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 210 km/h, Preis: rd. 95.000 Euro, zu konzentrieren? Oder sollte, mit Blick auf die Zielgruppe der BerufspendlerInnen mit einem Anfahrtsweg von bis zu 30 Kilometern, mit langen Stand-/Tankzeiten des Fahrzeugs und einem geringeren Anspruch an Ausstattung und Geschwindigkeit, eher die Förderung von zweckmäßigen, preisgünstigeren Klein- und Mittelklassefahrzeugen im Mittelpunkt der Förderung stehen?  Wie wird gewährleistet, dass staatliche Forschungs- und Entwicklungsmittel nicht nur in die altbekannten Kanäle der großen Konzerne fließen?

Dies sind spannende Fragen, die im Mittelpunkt der öffentlichen Anhörung stehen!

Aus energiepolitischer Sicht braucht NRW ein strategisches Konzept zur Zukunft der Elektromobilität, das diese systematisch verknüpft mit der Weiterentwicklung einer nachhaltigen Energieversorgung, um so perspektivisch die Grundlage für eine Erneuerbare Mobilität zu schaffen. Und bei der Bestimmung der Förderschwerpunkte sollte man sich m.E. nicht nur an Fahrzeugen orientieren, die auf die traditionelle Universalnutzung ausgerichtet sind, sondern insbesondere auch Fahrzeugkonzepte berücksichtigen, die konsequent auf Kurzstreckennutzung durch Pendlerinnen und Pendler abstellen.  Überdies muss dem Bereich des öffentlichen Nahverkehrs und der kommunalen Nutzfahrzeuge Aufmerksamkeit geschenkt werden. Und aus wirtschaftspolitischer Sicht ist es wichtig, dass die im Rahmen des Konzeptes vorangetriebenen Projekte auch die vielen innovativen mittelständischen Unternehmen mit einbeziehen.

Der Elektromobilität gehört die Zukunft – sorgen wir dafür, dass ihre Entwicklung eine Erfolgsgeschichte wird!

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18Jan

Kein Giftmülltourismus im Spicher Wald!

Wird Troisdorf-Spich im Rhein-Sieg-Kreis das neue Endlager für Giftmüll aus ganz Europa? Der Konzern Evonik will 15.000 Tonnen Giftmüll am Rand des Naturschutzgebiets Wahner Heide auf der einen und dem Troisdorfer Ortsteil Spich auf der anderen Seite mitten im Wald verklappen. Wir sagen NEIN und haben uns einem breiten Bündnis aus der Bevölkerung angeschlossen, das die Naturfreunde Troisdorf initiiert haben.

Die Anwohner wehren sich zu Recht gegen europäischen Giftmülltourismus und die Belastung des Spicher Waldes durch die Erweiterung der Deponie. Am kommenden Samstag, 23. Januar, startet um 14 Uhr vor der besagten Deponie/Ecke Mauspfad eine Demo zum Troisdorfer Rathaus, um dem Bürgermeister der Stadt Troisdorf die Unterschriften aus der Bevölkerung zu übergeben, die eine Genehmigung dieses Vorhabens bei der Bezirksregierung Köln stoppen sollen.

Der WDR hat ebenfalls über das Vorhaben und die Proteste berichtet. Bündnis 90/Die Grünen rufen zu breitem Widerstand gegen die Pläne auf!

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