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Rot-Grün in NRW

 

 

04Apr

VerbraucherInnenschutz digital – Eure Ideen und Vorschläge

Das Netz ist zum gesamtgesellschaftlichen Kreativ-, Wirtschafts- und Sozialraum geworden. Aus dem Prozess der Digitalisierung ergeben sich große Chancen: Wenn die Teilhabe an diesem Prozess für alle Menschen gewährleistet wird, können birgt die Digitalisierung große Potenziale. Unsere Demokratie wird profitieren, wenn durch das Netz eine erweiterte Öffentlichkeit auf Transparenz und Dialog drängt. Informationen und Wissen können offener gestaltet werden, das Bildungswesen wird gestärkt. Schließlich ergibt sich aus der Schaffung virtueller kreativer Räume die Chance für neue wirtschaftliche Entwicklungen, die Intelligenz der Masse wird – wenn Prozesse zu ihrer Entfaltung richtig unterstützt werden – ein ungeahntes Innovationspotenzial freisetzen.

Andererseits gibt es auch Bereiche, in denen sich im Internet Risiken für die als Verbraucherinnen und Verbraucher auftretenden Bürgerinnen und Bürger ergeben. Öffentliche Stellen haben in diesen Feldern einen legitimen Schutzanspruch und Schutzauftrag gegenüber ihren Bürgerinnen und Bürgern.

Verbraucherschutz im Internet gelingt nicht allein durch Regulierung, sondern stellt die frühe und nachhaltige Vermittlung von Medien- und Datenschutzkompetenz in den Mittelpunkt. Nur wenn diese Elemente angemessen verzahnt ineinandergreifen ist es möglich, Verbraucherinnen und Verbraucher im Internet zu schützen und zugleich die Freiheit des Internets als wesentlichen Baustein der Demokratie im Zeitalter der Digitalisierung zu erhalten.

Obwohl sie für das gesellschaftliche Zusammenleben wesentliche Fragen berühren, werden netzpolitische Debatten noch zu oft hysterisch und mit wenig Sachverstand geführt. Beispielhaft erwähnt seien hier die Debatten um Street View und der von Aktionismus und Symbolpolitik geprägte Streit von Bundesverbraucherschutzministerin Aigner mit Facebook, dessen Absurdität in Frau Aigners “Sehe-ich-mich-gezwungen“- Zitat wunderbar entlarvt wurde.

Die Metapher, das Internet sei ein „Rechtsfreier Raum“ geht gerade im Handel fehl. Insbesondere im  Bereich des E-Commerce ist das Internet hochreguliert, sodass sogar eher die Gefahr besteht, dass Verbraucherinnen und Verbraucher überfordert und der Komplexität der an sie gestellten Anforderungen nicht gewachsen sind. Umso wichtiger ist es, einen nachvollziehbaren und verständlichen Rahmen zu schaffen, in dem Schutz ohne Überforderung, vor allem aber ohne Bevormundung und Eingriffe in die Freiheit des Internets realisiert wird.

Wir haben vor, das Thema Verbraucherschutz im Netz in den nächsten Wochen und Monaten im Landtag verstärkt zu bearbeiten. Dafür wollen wir, Hans-Christian Markert (Sprecher für Verbraucherschutzpolitik) und Matthi Bolte (Sprecher für Netzpolitik) Euren Input: Was brennt Euch auf den Nägeln, was sind Eure Themen? Und natürlich auch: Was sollte Politik tun und was sollten wir lieber lassen?

Wir freuen uns auf eine anregende Diskussion!

19Mrz

Ein Tariftreue- und Vergabegesetz für NRW? Ja!

Nordrhein-Westfalen braucht ein Tariftreue- und Vergabegesetz. Davon ist Rot-Grün im Land überzeugt. Am 18. März gab es dazu einen wirtschaftspolitischen Dialog im Landtag.

Am Anfang der gut besuchten Veranstaltung wurde klargestellt: Die öffentliche Hand gibt im Jahr rund 300 Millionen Euro für Beschaffung aus. Davon fallen ca. 50 % auf Kommunen, 30 % auf die Länder und 20 % auf den Bund. Also ein weites Feld zum politischen Handeln.

Ein Tariftreue- und Vergabegesetz soll ökologische, soziale und gender Aspekte achten. Ebenso sollen Aspekte von „FairTrade“ einfließen. So sollen z.B. Aufträge nur an Firmen vergeben werden die Tarifverträge achten. Oder als anderes Beispiel wurde der Bio-Kaffee in Kantinen angeführt.

Zentrales Argument vieler Referent_innen war, dass die öffentliche Hand eine Vorbildsfunktion hat. Durch das Vorbild werden andere Akteure wie z.B. Gewerkschaften, Verbände etc. in Zugzwang versetzt der öffentlichen Hand gleich zu tun. Deswegen ist ein Gesetz zwingend erforderlich.

Einig war man sich auch, dass bei der Umsetzung den Kommunen geholfen werden muss. Bei kleinen Kommunen sind oft nur wenige Personen zuständig für die Beschaffung. Deswegen wäre es gut, wenn das Land eine zentral Servicestelle zur Unterstützung errichten würde.

Interessant fand ich den Beitrag von der „Christlichen Initiative Romero“. Verträge und Beschaffungsunterlagen von Kommunen müssen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. So könnten NGOs überprüfen, ob beschaffte Güter den Bestimmungen der internationalen Arbeitnehmerorganisation entsprechen. Hier könnten Kommunen durch eine aktive Bürgerschaft unterstützt werden.

Schwieriger war die Debatte ob ein Mindestlohn mit aufgenommen werden muss. Befürchtungen wurden laut, dass dadurch bestehende Tarifverträge unterlaufen werden können. Schlussendlich wurde hier noch Diskussionsbedarf aufgezeigt.

Einig war man sich, dass ein Tariftreue- und Vergabegesetzt nur in Zusammenarbeit aller Akteure wie Land, Kommunen, Verbänden und Institutionen gelingen kann. Dabei muss auch ein Diskussionsprozess vor Ort gestartet werden. Als nächster Schritt steht eine Gesetzesvorlage durch das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr an.

15Sep

Liveticker: Erste Regierungserklärung von Hannelore Kraft

10:00 Uhr
Die Besuchertribünen füllen sich langsam – gleich geht es los.

10:08 Uhr
Die Plenarsitzung wird vom Landtagspräsident mit einem gedenken an die Opfer der Loveparade eröffnet. Es ist die erste Sitzung des Landtags nach der Katastrophe in Duisburg.

10:12 Uhr
Auch Hannelore Kraft beginnt ihre Regierungserklärung mit einem persönlichen Statement und geht nochmals kurz auf die Katastrophe der Loveparade ein.

10:16 Uhr
Gerade beginnt Hannelore Kraft ihre Regierungserklärung im Landtag. Wir berichten von der Tribüne aus.

10:18 Uhr
Kraft betont die Besonderheit der neuen Regierung: Erstmals zwei Frauen an der Sptize, erstmal keine Mehrheitsregierung.

10:21 Uhr
Kraft nimmt alle Fraktionen in die Pflicht, verantwortungsvoll für NRW zu handeln – im Interesse des Landes.

10:24 Uhr
Durch einen neuen Politikstil will Kraft das Vertrauen der enttäuschten NichtwählerInnen in die Politik wieder zurückgewinnen.

10:26 Uhr
“Wir sind fähig zu lernen und fähig Kompromisse einzugehen. Das sind keine Schwächen, sondern Grundpfeiler der Demokratie”

10:31 Uhr
Als Kraft sagt “Wir wollen kein Kind zurücklassen” gibt’s von allen Fraktionen Beifall – ausser von der FDP.

10:36 Uhr
Kraft begrüßt ausdrücklich, dass alle Fraktionen ihre Teilnahme an einem landesweiten Schulkongress zugesagt haben.

10:37 Uhr
Es braucht mehr Investitionen in Bildung um die Zukunftsfähigkeit von NRW zu gewährleisten.

10:40 Uhr
Der Bildungserfolg hängt immer noch viel zu sehr von Herkunft und Geldbeutel der Eltern ab – Ziel: Gute Bildung für alle.

10:42 Uhr
Jetzt geht’s um das Thema “Kommunen”, die Rot-Grün stärken will. Viele sind finanziell ausgeblutet.

10:45 Uhr
“Gemeinde und Kommunen sind nicht länger Bittsteller, sondern Partner auf Augenhöhe. ”

10:48 Uhr
“Diese Regierung verpflichtet sich ausdrücklich der nachhaltigen und seriösen Haushaltspolitik.”

10:49 Uhr
“Die bisherige Form der Haushaltskonsolidierung – Sozialkürzungen und Personalabbau – hat noch niemals langfristig geholfen.”

10:51 Uhr
Als Kraft gekonnt die Zwischenrufe der CDU und FDP kontert, spenden selbst die Schülergruppen auf der Trübine großen Applaus.

10:54 Uhr
“Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Betrug an der Gesellschaft”

11:00 Uhr
“Wir werden Mittelstand und Handwerk mit einem neuen Mittelstandsgesetz fördern und unterstützen”

11:02 Uhr
Kraft betont, dass die Wirtschaft schnelles Internet benötigt. NRW will deshalb die weißen Flecken beim Breitband beseitigen.

11:06 Uhr
Bis 2025 wird der LKW-Fernverkehr um bis zu 85% wachsen – das halten NRWs Straßen nicht aus.

11:09 Uhr
Die Ministerpräsidentin will deshalb zu einem Mobilitätsforum einladen, alle Beteiligten sollen neue Ideen entwickeln, um den Verkehrskollaps zu verhindern.

11:12 Uhr
Kraft sagt: “Auch die Braunkohle muss ihren Beitrag zum erreichen der Klimaschutzziele beitragen”.

11:13 Uhr
Der Bundesregierung wirft sie die Kapitulation vor den Interessen der Atomindustrie vor.

11:14 Uhr
NRW soll Vorreiter beim Klimaschutz, der Energieeffizienz und dem Ausbau erneuerbarer Energien werden. Rot-Grün will einen ökologischer Aufbruch für NRW!

11:15 Uhr
Kraft hebt den Tierschutz zum Staatsziel auf.

11:18 Uhr
Rot-Grün wird die verschlechterung des Personalvertretungsgesetztes rückgängig machen und die Mitbestimmung stärken. Komisch, dass es hier keinen Beifall aus den Reihen der CDU- oder FDP-Fraktion gibt.

11:23 Uhr
Wir brauchen mehr Frauen in Spitzenpositionen! Im Bundesrat will Rot-Grün deshalb die Quotierung von Aufsichtsratsposten in börsennotierten Unternehmen einbringen.

11:24 Uhr
Ein eigenes Integrationsgesetz soll Klarheit und Verbindlichkeit schaffen. Denn: nachhaltige Integrationspolitik ist präventive Integrationspolitik. Kraft erteilt der BILD-Rhetorik “Man wird ja wohl noch sagen dürfen…” eine klare Absage.

11:25 Uhr
Die Landesregierung will sich für kommunales Ausländerwahlrecht einsetzen:”Wir alle sind Nordrhein-Westfalen”.

11:29 Uhr
Auch in der Gesundheitspolitik heißt es: Den Menschen in den Mittelpunkt stellen.

11:31 Uhr
Kraft kündigt auch eine Überprüfung des Nichtraucherschutz-Gesetzes an.

11.35 Uhr
Rot-Grün will die kommunale Theaterlandschaft sichern, einige Projekte der Kulturhauptstadt 2010 sollen weitergeführt werden.

11:37 Uhr
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll gestärkt werden: “Ich bin mit den Bundesligaschaltkonferenzen im Radio großgeworden”.

11:48 Uhr
Rot-Grün will eine Politik des Dialogs mit allen gesellschaftlichen Gruppen. Kraft nennt fünf Politikziele: 1. Kein Kind soll mehr zurückgelassen werden. 2. NRW soll ökologischer Vorreiter werden. 3. Das Prinzip gute Arbeit. 4. Sicherung der Mobilität. 5. Sozialer Zusammenhalt durch Stärkung des Ehrenamts. Die Ministerpräsidentin lädt alle BürgerInnen und  alle Parteien des Landtags dazu ein.

11:51 Uhr
Die Regierungserklärung ist beendet.

11:53 Uhr
Die Regierungserklärung von Hannelore Kraft war sehr ruhig und sachlich vorgetragen. Der neue Politikstil der “Koalition der Einladung” war deutlich zu spüren, Kraft hat auch Fehler alter Rot-Grüner Koalitionen eingeräumt. Auf den Rängen kam nur einmal Aufregung auf, während Kraft von der Haushaltspolitik gesprochen hat. Ansonsten blieben die Bänke der anderen Fraktionen weitgehend ruhig und emotionslos.

11:58 Uhr
Wie man im ebenfalls lesenswerten Liveticker von DerWesten nachlesen kann, hat Papke bereits eine schriftliche Erklärung abgebeben. Da hatte er wohl schon etwas vorbereitet – wenig überraschend: “Die Regierungserklärung von Frau Kraft ist eine bittere Enttäuschung. Kein Wort zum drohenden Aus des Kraftwerkbaus in Datteln. Kein Wort zur geplanten Einschränkung der Ladenöffnungszeiten. Keine Klarheit über die geplante Umwandlung von Realschulen und Gymnasien in Einheitsschulen.”

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