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29Mrz

„Abschalten, abschalten!“– hunderte Menschen setzen eindrucksvolles Zeichen in Essen

Gastbeitrag von Kai Gehring MdB:

Draußen ertönten lautstarke “Abschalten! Umschalten!”-Rufe. Drinnen versammelte sich eine illustre vor allem schwarz-gelb-affine Stadtgesellschaft in der Philharmonie Essen Saalbau, um Umwelt- und Atomminister Dr. Norbert Röttgen zu lauschen. Greenpeace, der “Runde-Umwelt-Tisch Essen”, weitere Aktionsgruppen und auch die Essener Grünen hatten zur Mahnwache und zum Protestmarsch anlässlich der nuklearen Katastrophe in Japan und des Röttgen-Vortrags beim “Politischen Forum Ruhr” mobilisiert. Während einige hundert Demonstrierende dem “Minister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit” einen heißen Empfang bereiteten, referierte Röttgen am Konzernstandort von Eon Ruhrgas, RWE und Evonik über das “Energieland NRW – die Energiepolitik der Bundesregierung und die Bedeutung für den Industriestandort Deutschland”.

 

Dabei drehte “Greenwasher” und Atomminister Röttgen – am Tag 1 nach den Volksabstimmungen gegen die unbeherrschbare Atomkraft in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen – die für ihn üblichen Piroutten: streckenweise grün reden, aber weiter schwarz-gelb handeln. Er sprach von einer tiefen Zäsur, der “zivilisatorischen Bereitschaft” zum “klitzekleinen Restrisiko” im Hochtechnologieland Japan und weltweit, warnte vor gezielten terroristischen Attacken auf AKWs hierzulande und deren Verletzbarkeit. Röttgen warb kurz für Merkels Moratorium und die beiden neuen Atomkommissionen: er wolle damit Diskursräume eröffnen und das Thema Atomkraft aus der politischen Kampfzone herausholen. In der Energieversorgung brauche es “keinen Parteienstreit”, sondern breiten gesellschaftlichen Konsens. Offenbar vergaß der Minister zu erwähnen, dass schwarz-gelb den historischen Atom-Konsens noch vor wenigen Monaten mit der Laufzeitverlängerung und dem Absenken von Sicherheitsstandards aufgekündigt hatte.

 

Den anwesenden Energiekonzernvertretern versprach er beruhigend “Verlässlichkeit und Planungssicherheit” für Energieinvestitionen – dabei sei es “völlig sekundär, in welchem Bereich”. Erschreckend waren Röttgens Thesen zum Wachstum: Ob der “Wachstumsimperativ” überwunden werden solle, fragte er, und antwortete: “ein klares Nein von mir”. Ihm sei kein Konzept bekannt, wie Solidarität ohne stetiges Wachstum funktioniere, nur die Elite brauche kein Wachstum, weniger Wachstum sei zutiefst unsozial. Offenbar sind die Grenzen des Wachstums, die neue Enquetekommission des Bundestages und die IPPC-Berichte zur Klimakatastrophe spurlos am CDU-Politiker vorbeigegangen. Da half es auch nicht, dass der Atomminister von der “Beschränktheit des Deponieraums (!) Atmosphäre” sprach.

 

Immerhin forderte er eine “ressourceneffiziente Wirtschaft” und “Klotzen statt Kleckern” bei der energetischen Gebäudesanierung. Dass er aber erneuerbare Energien einerseits wichtig fände, andererseits als Minister die Solarförderung unlängst zusammengestrichen hat und gegen das Erneuerbare Energien-Gesetz wetterte, blieb eine der vielen Widersprüche des Abends: “Das EEG hat einen Dauersubventionstatbestand geschaffen, den die Verbraucher über ihre Stromrechnung teuer bezahlen.” Offenbar auf die Grünen gemünzt sprach sich Röttgen gegen eine “Ablehnungsgesellschaft”, gegen Blockaden beim Netzausbau und Besserwisserei aus. Abschließend warb er für die soziale Marktwirtschaft und die Bewahrung der Schöpfung.

Konkret wurde Röttgen selten, Zwischenapplaus war rar. Das Publikum war zum Teil beruhigt, zum Teil beunruhigt darüber, dass mit diesem Minister eine ambitionierte Energiewende zu Erneuerbaren, Effizienz und Einsparungen wohl ausbleibt. Schon am Donnerstag wird Essen wieder ein klares Zeichen gegen Atomkraft setzen – und reale Perspektiven zur Energiewende aufzeigen: Dann diskutiert Jürgen Trittin am selben Ort über die Frage “Wie schnell klappt der Atomausstieg?”.

 

01Apr

Atomkraftwerk Düsseldorf-Süd: Neues AKW in NRW?!

Zum 1. April haben wir uns einen Aprilscherz erlaubt. Dazu haben wir an der Ecke Südring/Völklinger Straße in Düsseldorf ein Bauschild aufgestellt mit dem Hinweis: „Hier baut das Land Nordrhein-Westfalen: Atomkraftwerk Düsseldorf-Süd“.

Atomkraftwerk Düsseldorf-Süd

Der politische Hintergrund dieses Aprilscherzes ist allerdings weniger lustig, sondern sehr ernst. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, die Bürgerinnen und Bürger des Landes NRW vor den akuten politischen Gefahren zu warnen, sollte es am 9. Mai nicht zu dem dringend benötigten Regierungswechsel kommen, der schwarz-gelb ablöst.

Denn CDU und FDP haben auch in Nordrhein-Westfalen den Neubau von Atomwerken keineswegs ausgeschlossen. Die von Ministerpräsident Rüttgers eingesetzte Zukunftskommission unter Vorsitz von Lord Dahrendorf hielt in ihrem vor einem Jahr überreichten Abschlussbericht fest, dass der Neubau eines Atomkraftwerks denkbar sei. Als eins der Flaggschiffe, das NRW im Jahr 2025 auszeichnet, wird in dem Bericht der weltweit erste Prototyp eines Fusionskraftwerks in Nordrhein-Westfalen gesehen. Für uns ist klar: CDU und FDP in Bund und Land halten an der Atomkraft fest!

Gerade auf Bundesebene ist die Gefahr akut: Die Bundesregierung plant den Ausstieg aus dem Atomausstieg! Sie will eine Laufzeitverlängerung für alle bestehenden Atomkraftwerke auf insgesamt 60 Jahre prüfen lassen, auch die Endlagerfrage ist nach wie vor ungelöst. Bundesumweltminister Röttgen will trotz aller Skepsis den ehemaligen Salzstock Gorleben weiter als Endlager erforschen lassen – gegen den Willen der Bevölkerung, trotz aller berechtigten Zweifel an der Eignung des Standorts.

NRW spielt bei diesen Plänen eine wichtige Rolle. Der Ausstieg aus dem Ausstieg kann nur verhindert werden, wenn NRW sich gegen diese Pläne stellt und sie mit seiner Stimme im Bundesrat verhindert.

Es zeigt sich immer wieder: Die Mehrheit der Gesellschaft will keine Atomkraft, sie ist eine hochriskante, unbeherrschbare Technologie mit allen Gefahren für Mensch und Umwelt. Wir wollen keine Atomkraft in NRW, sondern den schnellst möglichen Ausstieg aus dieser Risikotechnologie und eine echte Energiewende für NRW.

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Die Restlaufzeit von Schwarz-Gelb hat begonnen und läuft nur noch bis zum 9. Mai.
Wir fordern den sofortigen Ausstieg aus Schwarz-Gelb!

22Jan

Zwischenfall in Gronau: Atomkraft – Nein Danke!

In den Nachrichten läuft es aktuell hoch und runter: In der Urananreicherungsanlage in Gronau im Nordwesten NRWs ist radioaktives Uranhexoflourid ausgetreten. Ein Arbeiter wurde möglicherweise verstrahlt. Der Mann ist ins Krankenhaus gebracht worden und wird dort beobachtet. Die Ursache ist noch unklar, die Atomaufsichtsbehörde ermittelt mittlerweile.

Dieser Zwischenfall beweist wieder einmal, dass Unfälle in Atomanlagen immer möglich sind. Atomkraft ist riskant und ein unberechenbares Risiko – auch in Deutschland. Wir GRÜNEN wollen deshalb raus aus der Atomenergienutzung.

Foto von Roadrunner38124@FlickRDoch die CDU-FPD-Bundesregierung verhandelt mit den Atomkonzernen über Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke. Je länger die AKWs laufen, desto gefährlicher wird es. Die Anlagen werden unsicherer, je älter sie werden. Das zeigen uns nicht nur  Krümmel (seit Juni 2007 abgeschaltet), Biblis und all die anderen abgeschalteten Atomkraftwerke (Wo ist hier übrigens die viel propagierte Versorungslücke, die uns die Atomlobby weismachen möchte?).

Deshalb muss es beim Atomausstieg bleiben. Und auch die Gronauer Urananreicherungsanlage muss stillgelegt werden: Atomkraft – Nein Danke!

Update

Wir haben dazu auch noch einmal unsere Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann um ein Statement gebeten:

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