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09Apr

Van Dinther und kein Ende

Die Beharrungskräfte vieler CDU-Politiker im Amt sind ja bekannt. Man denke nur an den ein oder anderen Kanzler. Und auch unsere Landtagspräsidentin Regina van Dinther gehört zu denjenigen, die sehr ausdauernd an ihrem Amt festhalten. Selbst dann, wenn ihre Mindesthaltbarkeit weit überschritten ist.  Es sagt einiges über den inneren Zustand einer Partei aus, wenn jemand trotz dubioser Nebenverdienste und nicht gezahlter Parteibeiträge weiterhin eine herausgehobene Tätigkeit ausübt und erneut für den Landtag kandidiert.

Und nun die nächste Affäre: Frau van Dinther hat einen neuen Wahlkampfhelfer. Gar nicht so schlimm könnte man denken – ist doch nett, dass ihr überhaupt noch jemand hilft. Aber: Ihr Wahlkampfhelfer, der in dieser Woche neu gewählte Vorsitzende der Jungen Union Ennepe-Ruhr Lars Lubisch, hat eine, gelinde gesagt, ziemlich rechtskonservative Vergangenheit. Er trat dafür ein, dass die einschlägig bekannnte Zeitschrift “Junge Freiheit” nicht mehr vom Verfassungsschutz beobachtet werden sollte – scheiterte aber mit diesem Antrag auf einem Parteitag der Jungen Union Deutschlands. Trotzdem durfte er, quasi als Dankeschön, ein Praktikum bei der “Jungen Freiheit” machen.

Der Wir-in-NRW-Blog  hat mit den oben genannten Fakten zum wiederholten Male Fragen aufgeworfen. Eine offizielle Erklärung der Landtagspräsidentin, die in Hattingen für den Landtag kandidiert (Lars Lubisch kommt übrigens aus Hattingen), oder der CDU Ennepe-Ruhr gibt es bisher aber nicht.

Zwei Anmerkungen möchte ich daher machen. Erstens sollte Frau van Dinther nicht bis zum Wahlabend warten, um ihr Amt als Landtagspräsidentin aufzugeben bzw. zu verlieren. Wer mit Politikern wie Lars Lubisch zusammenarbeitet, sie sogar unterstützt, repräsentiert meiner Meinung nach nicht dieses Land und seine Bevölkerung. Zweitens sagt die Wahl von Lars Lubisch zum Vorsitzenden eines Jungen-Unions-Kreisverbands und seine Mitgliedschaft im Kreistag für die CDU einiges über die innere Verfasstheit von Teilen dieser Partei aus. Man erinnere sich an einige Wahlkampfauftritte unseres Noch-Ministerpräsidenten im letzten Jahr. Es wird Zeit, dass am 9. Mai ein Wechsel statt findet.

15Mrz

Erneute Schlappe vor Arbeitsgericht für die CDU

Die NRW-CDU ist vom Arbeitsgericht Düsseldorf erneut in die Schranken gewiesen worden – Auslöser war erneut die verfehlte Personalpolitik und die schlechte “Unternehmenskultur” innerhalb der Rüttgers-Partei. Bereits Ende Februar musste die CDU eine Schlappe vor Gericht hinnehmen (wir berichteten!).
Damals wurde einer langjährigen Mitarbeiterin fristlos gekündigt, weil sie die Weihnachts- und Geburtstagspost des damaligen Generalsekretärs Hendrik Wüst zu spät oder gar nicht versandte. Die 48-jährige klagte und die Landes-CDU musste ihre Kündigung zurückziehen. Heute nun musste die Partei vier fristlose Kündigungen zurücknehmen, die sie gegen eine 39-jährige Personalreferentin ausgesprochen hatte. Die Mitarbeiterin sollte wegen angeblicher Indiskretionen im Fall von Wüsts Videoattacke auf Hannelore Kraft und seiner doppelten Bezüge von Krankenkassenzuschüssen gefeuert werden.

Keine Einsicht bei der CDU

Obwohl das Arbeitsgericht den Vertretern der NRW-CDU erklärte, dass keine der Kündigungen Aussicht auf Erfolg habe, bleibt die Partei uneinsichtig. So kündigten die CDU-Vertreter nach der Gerichtsverhandlung an, dass Kündigung Nr. 5 gegen die Frau bereits in Vorbereitung sei. Nach all den Vorfällen der vergangenen Wochen und Monate scheint die NRW-CDU offenbar immer noch nicht begriffen zu haben, dass sich die Probleme mit ihren MitarbeiterInnen nicht durch das ständige Aussprechen von fristlosen Kündigungen lösen lassen. Die Partei des selbsternannten Arbeiterführers Rüttgers sollte ihre Personalpolitik als Ganzes wohl eher hinterfragen und sich endlich darum bemühen einen humaneren Umgang mit ihren MitarbeiterInnen zu führen. Schließlich möchte man sich gar nicht ausmalen wie bei der NRW-CDU mit Praktikanten, Azubis und befristeten Angestellten umgegangen wird, wenn schon langjährige, verdiente MitarbeiterInnen so unsäglich behandelt werden. Setzt sich der Trend der letzten Wochen fort, so ist jedenfalls davon auszugehen, dass die heutige Verhandlung vor dem Arbeitsgericht nicht die Letzte für die CDU war.

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