
Der Generalsekretär der NRW-CDU Hendrik Wüst musste gestern wegen der aufgeflogenen Sponsoring-Affäre seinen Posten räumen. Doch der Verkauf von Gesprächsterminen mit Ministerpräsident Rüttgers an Unternehmen im Rahmen der Landesparteitage war nur die Spitze des Eisbergs.
Die Chronik zeigt, welche Fehltritte sich der “Pannen-General” Wüst in den letzten Jahren geleistet hat – doch mit dem Rücktritt Wüsts ist das Thema nicht erledigt, da der eigentlich Verantwortliche nach wie vor im Amt ist. Auch Jürgen Rüttgers muss als Vorsitzender des Landesverbands NRW die Verantwortung für die Sponsorenaffäre auf sich nehmen.
Sylvia Löhrmann kündigte deswegen an, dass die Landesregierung vor dem Hauptausschuss des Parlaments darlegen müsse, ob wirklich ausgeschlossen ist, dass Rüttgers gegen Bezahlung Gespräche mit Sponsoren geführt habe.
Wüst, der “Pannen-General”
Wüst wurde Anfang 2006 neuer Generalsekretär der NRW-CDU und galt in seiner Partei als Hoffnungsträger. Schon bald entpuppt er sich jedoch als klassische Fehlbesetzung und lieferte negative Schlagzeilen am laufenden Band.
Wüst, der Kameramann
Generalsekretär Wüst muss eingestehen, dass Oppositionspolitiker bei Wahlkampfauftritten seit Jahren per Videokamera überwacht worden sind.Auch wenn Ministerpräsident Rüttgers diese Überwachungsmethoden rügte, ist es längst kein Geheimnis mehr, dass die Videoüberwachung auch von der Regierungszentrale aus mitgesteuert wurde.
Wüst, der Abzocker
Im November 2009 kam heraus, dass Herr Wüst seit mehr als drei Jahren unrechtmäßig doppelte Zuschüsse zu seiner Krankenversicherung kassiert hat. Dabei erhielt er neben den Zuschüssen der CDU auch Zuschüsse des Landtags zu seiner Kranken-und Pflegeversicherung.
Wer glaubt, dass es sich hierbei um ein Kavaliersdelikt handelt, der irrt! Schließlich kassierte Wüst auf diese Weise zu Unrecht mehr als 6.000 € vom Steuerzahler. Als Begründung gab der gelernte Jurist an die Regelung nicht gekannt zu haben…
Wüst, der Kündigungskönig
Auch im Umgang mit seinen MitarbeiterInnen zeigte sich der CDU-Generalsekretär mehrmals wüst und unberechenbar. So wurden im November 2009 vier MitarbeiterInnen gefeuert, von denen zwei anschließend vor das Arbeitsgericht Düsseldorf gezogen sind. So musste eine Mitarbeiterin nach über 20 Jahren gehen, weil durch ihren Fehler Wüsts Weihnachts-/Geburtstagswünsche zu spät ankamen.
Wüst, der amtsmüde Stadtrat
Seiner Funktion als Mitglied des Stadtrats im westfälischen Rhede ist Hendrik Wüst nur selten angemessen nachgegangen. Demnach fehlte der Politiker seit Mitte 2005 bei fast der Hälfte aller Sitzungen, erhielt allerdings dennoch die volle Aufwandspauschale. Nach Angaben der Stadt Rhede war Wüst in der vergangenen Legislaturperiode von 2004 bis 2009 lediglich bei 19 von 37 Sitzungen anwesend. Nichtsdestotrotz erhielt Wüst für seine spärliche Anwesenheit noch die volle Aufwandsentschädigung in Höhe von 184 Euro monatlich.
Auch in diesem Falle kassierte der wüste Abzocker also mehr Steuergelder als gerechtfertigt.
Wüst, der Geldeintreiber
Ein gemeinsamer Spendenbrief von Rüttgers und Wüst an die 165.000 CDU-Mitglieder in NRW wurde in letzter Minute gestoppt. In dem Schreiben wollten beide auf die kommenden (auch juristischen) Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner einstimmen und um finanzielle Unterstützung bitten. Mit dem Bettelbrief zur Weihnachtszeit sollte die Parteikasse noch mal richtig für den Wahlkampf aufgefüllt werden. Weihnachtsfrieden?
Wüst, der Dealer
Der Höhepunkt der wüsten Verfehlungen war nun die sogenannte Sponsorenaffäre. Dabei wurden Unternehmen persönliche Gespräche mit Ministerpräsident Rüttgers auf dem Landesparteitag im März für 6.000 € angeboten. Wüst übernahm dafür die Verantwortung und trat folgerichtig endlich zurück.
…to be continued?
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