Erleichtert bin ich ja schon seit letzten Freitag. Endlich hat sich die neue grüne Bundestagsfraktion eine Struktur gegeben und ist arbeitsfähig. Wir haben uns in den zurückliegenden Wochen viel mit uns selbst beschäftigt. Das ist kein Vorwurf. Jede Fraktion auf jeder Ebene muss das. Egal ob im Stadtbezirk, im Rat, im Kreistag, im Land oder eben hier im Bund. Eine organisatorische Selbstverständigung und eine klare Aufgabenverteilung sind notwendig. Aber das alles ist Mittel zum Zweck und nicht Selbstzweck. Man kann zwar darüber streiten, ob es wirklich einer waldpolitischen Sprecherin (gibt es wirklich) bedarf und ob dann irgendjemand zum Ausgleich zur wiesenpolitischen Sprecherin (gibt es – noch – nicht) ernannt werden muss, aber letztlich gilt: Sinn politischer Arbeit ist die Vertretung und im besten Falle Durchsetzung von Inhalten. Und darum geht es ab jetzt wieder, auch wenn hie und da noch der eine oder andere Kollege um die Dekoration an seinem das Themengebiet abgrenzenden Gartenzaun streiten wird.
Ich bin jedenfalls zufrieden, mich auch künftig als Sprecher für Sozial- und für Behindertenpolitik für diejenigen in unserer Gesellschaft einsetzen zu können, die nicht die besten Chancen haben oder denen Chancen vorenthalten werden. Das ist es, was Politik für mich spannend macht. Die Befreiung von Hartz-IV-Beziehenden von dem Sanktionswahn der Behörden, echte Teilhabe für Menschen mit Behinderungen und Barrierefreiheit von der Bahn bis zum Internet. Dem Thema der besseren Zugänglichkeit des Netzes werde ich mich verstärkt widmen. Viel zu tun für mich und mein Team.
Ich bin froh, dass wir Grüne hier im Bundestag jetzt noch mehr sind, 68 Abgeordnete. 68 Menschen, die sich die zu leistende Arbeit teilen können. Ich bin gespannt auf die Diskussionen mit langjährigen Fraktionsmitgliedern und den vielen Neuen. Ich bin überzeugt: Jede und jeder in dieser Fraktion hat jetzt einen guten Platz für die eigene Arbeit gefunden. Und es wird jede/r gebraucht, da wir den nächsten Jahren die fällige Transformation der Gesellschaft zu einer sozialen, solidarischen und ökologischen Wissensgesellschaft vorbereiten müssen.
Ich werde nicht stromlinienförmig werden. Ich bleibe ein kritischer Geist und fühle mich sowohl meinen Wählerinnen und Wählern als auch den vielen Menschen bei den Grünen verbunden, mit denen ich regelmäßig zusammenarbeite. Viele von ihnen leben nicht auf der Sonnenseite des Lebens. Dessen bin ich mir bewusst und das bestimmt einen Großteil meiner Arbeit. Natürlich freue ich mich weiterhin auf den Austausch, auf den ich angewiesen bin. Sowohl face to face in Dortmund, im Revier, in ganz NRW als auch im Netz. Denn das Netz ist Teil unseres Miteinanders und nicht eine outgesourcte Virtualität, die die Politik nichts angeht.






