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13Apr

Nie wieder Bewerbungsfotos!

Wenn die Kernzeiten auf der Arbeit mit den Öffnungszeiten der Kita kollidieren, wenn ab Mitte 40 das „Verfallsdatum“ auf dem Arbeitsmarkt abgelaufen ist, oder wenn die Bezahlung so unterirdisch schlecht ist, dass man eigentlich besser zu Hause bleiben könnte

 – dann heißt für immer mehr Frauen die Alternative: Ich werde selbstständig.

Selbstständigkeit liegt bei Frauen im Trend:  Waren 1991 rund 25 Prozent  der Selbstständigen weiblich, sind es 2006 bereits 30 Prozent. Nach Berechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn stieg die absolute Zahl an Frauen, die den Sprung in die Selbständigkeit wagten, zwischen 1991 und 2008 um beeindruckende 65 Prozent.

Der überwiegende Teil aller selbstständigen Frauen arbeitet im Dienstleistungs-, im Gesundheits- und im Sozialsektor.

Diese Branchen sind Wachstumsbranchen. Das IAB in Gelsenkirchen schätzt, dass der Gesundheitssektor bis 2015 um 10 bis 20 Prozent  wachsen wird. Hier gibt es ein riesiges Potential für neue Arbeitsplätze. Die Versorgung kranker und pflegebedürftiger Menschen beispielsweise schafft fünf Mal so viele Arbeitsplätze wie die Herstellung von Kraftfahrzeugen.

Weibliche Selbstständigkeit setzt also auf Zukunft. Sie trifft auf eine Branchen mit enormem Wachstumspotential und kann gleichzeitig eine Vielzahl an Arbeitsplätzen schaffen.

 Allein – die altbekannten Probleme bleiben:

Ebenso wie bei der Berufswahl ist auch bei den Unternehmensgründungen festzustellen, dass Frauen aus einem sehr engen Spektrum an Alternativen wählen. Besonders in techniknahen Branchen sind Unternehmerinnen immer noch deutlich unterrepräsentiert. Gewählt werden Branchen in denen schlecht bezahlt wird – gerade der Gesundheitssektor krankt an diesem Problem. Hier besteht besonders die Gefahr, dass reguläre Beschäftigungsverhältnisse aus dem Betrieb ausgegliedert werden und dann beim selben – nun selbstständigen – Mitarbeiter zu einem günstigeren Preis wieder einzukaufen.

Frauen sind auch seltener Chefinnen – gründen also seltener Betriebe in denen dann auch Mitarbeiter beschäftigt werden. Sie gründen öfter so genannte „Teilzeit-Selbstständigkeiten“ und sind in den Nettoeinkommensgruppen unterhalb von 1500 Euro deutlich überrepräsentiert.

Doch auch  Selbstständigkeit nicht zwangsläufig den großen Geldsegen bringt,  und auch wenn oft weit mehr Flexibilität und Einsatz von den Unternehmerinnen gefordert wird, und die Vereinbarkeit mit der Familie schwerer ist als gedacht -  Gründung lohnt sich. Weil sie Perspektiven schafft. Weil sie die Möglichkeit für Innovation, Kreativität und Unabhängigkeit gibt. Und weil sie sich nichts desto trotz in vielen Fällen auch finanziell lohnt.

Hier muss grüne Wirtschaftspolitik ansetzen.

Schon in der Zeit der letzten rot-grünen Landesregierung wurde in NRW eine sehr gute Struktur für Unternehmensgründungen etabliert. In den letzten fünf schwarz-gelben Jahre gab es jedoch besonders im Bereich der zielgruppenspezifischen Wirtschaftsförderung  deutliche Rückschritte. Ließ sie doch die schwarz-gelbe Regierung beispielsweise die Beratungsstelle Frau und Beruf zerschlagen und auch Beratungsstellen für Migranten und Migrantinnen.

Im „Green New Deal“, dem neuen Programmentwurf Grüner Wirtschaftspolitik, liegt nun ein wichtiger Schwerpunkt auf der der Förderung der Existenzgründung, besonders auf der Förderung kleiner und mittleren Unternehmen.

Nicht weniger als die Transformation der Gesellschaft haben Grüne sich vorgenommen. Kleine und mittlere Unternehmen sind der Punkt, an dem angesetzt werden muss. Mit einer gezielten Cluster- und Wirtschaftsförderungspolitik kann erreicht werden, dass aus dem Industrieland NRW ein zukunftsfähiger Wirtschaftsstandort wird, der auf neue Grüne Technologien setzt und neue Qualitätsstandards in den Dienstleistungsbranchen etabliert.  Weibliche Unternehmerinnentätigkeit wird hierbei eine wichtige Rolle spielen.

08Apr

Nachgefragt: Was ist der Green New Deal?

Mit dem Green New Deal wollen wir in den nächsten fünf Jahren – durch gezielte Investitionen in Klimaschutz, Umweltwirtschaft, Bildung, Gesundheit und sozialen Arbeitsmarkt – bis zu 200.000 neue Jobs in Nordrhein-Westfalen schaffen. Das Konzept des GreenNewDeal wurde im letzten Jahr von uns zur Europawahl vorgestellt und – nicht nur bei der Klimakonferenz in Kopenhagen – in den Medien diskutiert. Die Frage nach (fast) einem Jahr – kennen die Menschen auf der Straße den Green New Deal bereits? Und wenn ja, was denken sie darüber? Um dies herauszufinden sind wir mit einer Kamera in Düsseldorf unterwegs gewesen und haben nachgefragt. Das Ergebnis: Auch wenn nur Wenige den Green New Deal kannten, stimmten die Befragten dem Konzept deutlich zu und hielten auch dessen Umsetzung durchaus für realistisch.

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Unser Konzept kurz & knapp zusammengefasst: der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion soll bis 2020 auf mindestens 22 Prozent steigen und die energetische Gebäudesanierung von etwa 200.000 Wohnungen pro Jahr unterstützt werden. Diese Investitionen sind wichtig für den Klimaschutz und fördern insbesondere den Mittelstand und das Bauhandwerk. Weiter neue Jobs sollen durch eine verbesserte Qualität der Bildungsangebote und durch den Ausbau von Ganztagsschulen und die frühkindliche Betreuung entstehen, sowie im Sozial- und Pflegebereich.

Wenn auch Du mehr über den Green New Deal erfahren möchtest, kannst Du uns natürlich gerne bei unseren zahlreichen Tourterminen besuchen und näher über die grüne industrielle Revolution informieren.

23Mrz

DGB empfiehlt GRÜNE

Im Vorfeld der Landtagswahl am 09.Mai hat der nordrhein-westfälische DGB heute seinen Wahlaufruf veröffentlicht. Obwohl der Verband in diesem nicht direkt zur Wahl einer bestimmten Partei aufruft, lässt sich bei genauerem Hinsehen doch eine gewisse Tendenz erkennen. Aber schauen wir uns die Forderungen des DGB doch zunächst einmal etwas genauer an:

DGB: Einstieg in grüne industrielle Revolution

Der DGB fordert eine nachhaltige Wirtschafts- und Industriepolitik. Dies beinhaltet für den Verband eine gezielte Förderung strategisch wichtiger Wirtschaftsbereiche und die Gewährleistung einer konsequenten ökologischen Ausrichtung der Wirtschaft. Explizit wird von der neuen Landesregierung eine „konsequente Umsetzung der Klimaschutzstrategie und des Kraftwerkerneuerungsprogramms“ sowie „ein landesweites, langfristiges Programm zur energetischen Gebäudesanierung“ verlangt. Anschließend verwendet der DGB sogar exakt unser Vokabular indem er den Einstieg in eine grüne industrielle Revolution fordert.

Mit unserem Green New Deal wollen wir NRW zum Ausgangspunkt für diese grüne industrielle Revolution machen. Durch gezielte Investitionen in Klimaschutz, Umweltwirtschaft, Bildung, Gesundheit und sozialen Arbeitsmarkt wollen wir 200.000 neue Jobs in den nächsten fünf Jahren schaffen. Bei der energetischen Gebäudesanierung wollen wir pro Jahr die Sanierung von ca. 200.000 Wohnungen unterstützen und damit nicht nur das Klima effektiv schützen, sondern auch mittelständische Handwerksbetriebe unterstützen und dadurch Arbeitsplätze schaffen und sichern. Ein Kraftwerkerneuerungsprogramm bedeutet für uns, dass keine neuen Kohlekraftwerke entstehen dürfen und der Ausbau der erneuerbaren Energien stärker vorangetrieben wird.

DGB: Nachhaltige Bekämpfung der Arbeitslosigkeit

Der DGB fordert eine intensivere Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, da diese das größte Armutsrisiko darstelle und schlägt dazu den „Ausbau eines öffentlich geförderten Beschäftigungssektors für soziale Dienstleistungen“ vor. Zudem verlangt der Verband angesichts der Tatsache, dass jeder vierte Beschäftigte mittlerweile im Niedriglohnbereich beschäftigt ist, die Einführung eines flächendeckenden, gesetzlichen Mindestlohns.

Wir GRÜNE wollen durch den Green New Deal die Arbeitslosigkeit energisch bekämpfen. Den ca. 250.000 in NRW lebenden Langzeitarbeitslosen wollen wir durch langfristig geförderte sozialversicherungspflichtige Beschäftigung neue Perspektiven schaffen. Um Dumpinglöhne zu verhindern und mehr soziale Gerechtigkeit möglich zu machen, fordern auch wir in unserem Zukunftsplan die Einführung eines flächendeckenden, gesetzlichen Mindestlohns.

DGB: Längeres gemeinsames Lernen und gebührenfreie Bildung

Der DGB fordert auch hinsichtlich der Bildungspolitik mehr Anstrengung von der neuen Landesregierung. Schließlich sei der Bildungsbereich momentan „das Stiefkind der Landespolitik“. Um die Bildungsmisere in NRW zu beenden, verlangt der Verband daher die „Überwindung des überholten gegliederten Schulsystems durch Schulstrukturen für längeres gemeinsames Lernen“. Zudem setzt sich der DGB für die „gebührenfreie Bildung von der Kita bis zum Hochschulstudium“ ein.

Wir GRÜNE wollen das frühe Aussortieren nach der vierten Klasse beenden und im Gegenzug längeres gemeinsames Lernen aller Kinder möglich machen. Dabei sollen die Entscheidungsträger vor Ort selbst darüber entscheiden, wie sie die „Schule der Zukunft“ gestalten und umsetzen möchten. Damit Bildung nicht länger vom Geldbeutel der Eltern abhängt fordern wir die sofortige Abschaffung der Studiengebühren, da diese sozial selektiv sind und viele junge Menschen vom Studium abhalten. Außerdem wollen wir nach und nach die Elternbeiträge für die Kitas abschaffen, damit alle Kinder die Chance haben eine Kita zu besuchen.

DGB: Kommunen von Schuldenlast befreien

Der DGB prangert darüber hinaus die prekäre finanzielle Situation der Kommunen in NRW an, die sich vielfach nicht mehr aus eigener Kraft von der Schuldenlast befreien können. Um die Handlungsfähigkeit der Kommunen wieder herzustellen, fordert der DGB die zukünftige Landesregierung auf einen “Rettungsschirm für die Kommunen” aufzuspannen. Dabei sollen die Städte und Gemeinden in einem ersten Schritt von der drückenden Schulden und den daraus resultierenden Zinslasten befreit werden.

Um die Handlungsfähigkeit der Kommunen wieder herzustellen, wollen wir die Städte und Gemeinden in NRW mithilfe eines Altschuldenfonds entlasten. Zudem wollen wir GRÜNE mit unserer Stimme im Bundesrat verhindern, dass die schwarz-gelbe Bundesregierung ihre unsozialen Steuersenkungspläne fortsetzen kann und damit noch mehr Städte und Gemeinden in NRW zu Nothaushaltskommunen werden.

DGB-Wahlaufruf: Wählt GRÜN!

Alles in Allem zeigen sich eindeutige inhaltliche Übereinstimmungen zwischen den Forderungen des DGB und unserem Programm für die Landtagswahl. Es scheint sogar als habe der DGB an manchen Stellen unseren Zukunftsplan für NRW als Vorlage für seinen Wahlaufruf verwendet. Kurz und knapp könnte man den Wahlaufruf des DGB daher auch in nur zwei Worten zusammenfassen: Wählt GRÜN!

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