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	<title>GrünBlog &#187; Kinder und Jugend</title>
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	<description>Der Grüne Blog aus Nordrhein-Westfalen</description>
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		<title>Die diskrete Erotik einer Gemeindeordnung</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Dec 2009 08:39:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
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		<description><![CDATA[Am Wochenende war ich in Schleswig-Holstein, um einen Freund zu besuchen. Und jetzt, auf dem R&#252;ckweg (und mit der Erkenntnis, dass Nahverkehrsz&#252;ge doch auch angenehme Verkehrsmittel sein k&#246;nnen, aber dazu vielleicht wann anders mehr) fiel mir ein, dass ich hier mal ein Loblied auf die Schleswig-Holsteinische Gemeindeordnung bloggen k&#246;nnte. Nun ist ja eine Gemeindeordnung sicherlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm">Am Wochenende war ich in Schleswig-Holstein, um einen Freund zu besuchen. Und jetzt, auf dem R&#252;ckweg (und mit der Erkenntnis, dass Nahverkehrsz&#252;ge doch auch angenehme Verkehrsmittel sein k&#246;nnen, aber dazu vielleicht wann anders mehr) fiel mir ein, dass ich hier mal ein Loblied auf die Schleswig-Holsteinische Gemeindeordnung bloggen k&#246;nnte.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<p style="margin-bottom: 0cm">Nun ist ja eine Gemeindeordnung sicherlich eines jener Dokumente, die zwar wichtig, aber eben doch immer nur wichtig sind, und es wohl nie zu literarischem Ruhm bringen werden. Denkt man, denn dieser Weg bleibt der Gemeindeordnung erspart, seit es KommunalpolitikerInnen gibt. Die wissen um den diskreten Charme, wenn nicht gar die Erotik einer guten Gemeindeordnung, mit der St&#228;dte und Gemeinden im Land einen anst&#228;ndigen Rahmen erhalten, der auch Freir&#228;ume f&#252;r lokale Gestaltung und Luft zum Atmen l&#228;sst.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<p style="margin-bottom: 0cm">Als Kommunalo mag ich nat&#252;rlich die Gemeindeordnung NRW sehr gerne, auch wenn sie reichlich an Attraktivit&#228;t verloren hat, seit Ingo Wolf von der FDP <a href="http://www.derwesten.de/waz/politik/Wolf-schweigt-auf-Wittkes-Attacke-id2231554.html">Kommunalminister</a> geworden ist. Die Freir&#228;ume, die ich mir von einer Kommunalverfassung erwarte, hat Schwarz-Gelb jedenfalls restlos einkassiert: Die (Ober)B&#252;rgermeisterInnen d&#252;rfen mehr und brauchen daf&#252;r – Wegfall der Stichwahl sei Dank! &#8211; eine geringere demokratische Legitimation. Die Verl&#228;ngerung der Amtszeiten der OB war ein recht unappetitlicher Kuhhandel und hinter der eigentlich so anmutigen 107 verbirgt sich in der Gemeindeordnung NRW mittlerweile ein Paragraph, der dem „Privat vor Staat“ &#8211; Gerede der Landesregierung <a href="http://gruene.landtag.nrw.de/cms/fotos/dok/235/235964.gruene_kommunalkonferenz.html">Gesetzeskraft</a> verleiht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<p style="margin-bottom: 0cm">Das alles muss in Schleswig-Holstein gar nicht so anders sein, so stark hab ich mich in die dortige Kommunalverfassung nicht eingearbeitet. Aber es gibt eine ganz wunderbare Regelung, versteckt im Paragraph mit der unscheinbaren Nummer 47f:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<h4 style="text-align: center;font-weight: bold;font-size: 100%;font-family: Arial,Helvetica,Sans-Serif"><em>§ 47 f</em></h4>
<h4 style="text-align: center;font-weight: bold;font-size: 100%;font-family: Arial,Helvetica,Sans-Serif"><em>Beteiligung von Kindern und Jugendlichen</em></h4>
<p><em><a name="P47f-A1"></a>(1) Die Gemeinde muss bei Planungen und Vorhaben, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen ber&#252;hren, diese in angemessener Weise beteiligen. Hierzu muss die Gemeinde &#252;ber die Beteiligung der Einwohnerinnen und Einwohner nach den §§ 16 a bis 16 f  hinaus geeignete Verfahren entwickeln.</em></p>
<p><em><a name="P47f-A2"></a>(2) Bei der Durchf&#252;hrung von Planungen und Vorhaben, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen ber&#252;hren, muss die Gemeinde in geeigneter Weise darlegen, wie sie diese Interessen ber&#252;cksichtigt und die Beteiligung nach Absatz 1 durchgef&#252;hrt hat.</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<p style="margin-bottom: 0cm">Warum nicht immer so? Und vor allem: Warum nicht auch bei uns in NRW? Meine Bielefelder Praxiserfahrung l&#228;sst manche Hoffnung darauf, dass die Erkenntnis vor Ort ankommt, dass junge Leute was zu sagen haben, gering erscheinen. Denn besonders die gro&#223;en Parteien sind selten bereit, ihre alten Strukturen hinterfragen zu lassen. Das allerdings k&#246;nnen junge Menschen ganz besonders gut. Best&#228;ndig bohren hilft zwar und macht B&#252;rgerInnenbeteiligung an einzelnen Stellen m&#246;glich. Aber meiner Erfahrung nach ist gerade alteingesessenen KommunalpolitikerInnen das Hinterzimmer n&#228;her als die b&#252;rgerschaftliche &#214;ffentlichkeit und Partizipation nur gern gesehenes Motiv in Sonntagsreden.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<p style="margin-bottom: 0cm">Dabei gibt’s einiges zu tun: Schlie&#223;lich ist die Wahlbeteiligung gerade auf kommunaler Ebene bei den Erstw&#228;hlerInnen in diesem Sommer katastrophal ausgefallen. Viele, die nicht direkt demokratische Erfahrungen machen, laufen Gefahr, sich vom Mitmachen abzuwenden. Dass Demokratie keine leichte &#220;bung ist, aber eine, die sich lohnt, das sollte sich IM Wolf mal &#252;berlegen. Dann w&#252;rde er vielleicht ein Beteiligungsprogramm auflegen und nicht seinen Verfassungsschutz mit <a href="http://www.andi.nrw.de/andi3/Comic/andi3_comic.htm">Comicmalen</a> <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/links-unter-linksextremisten/">besch&#228;ftigen</a>.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<p style="margin-bottom: 0cm">Echte Demokratie wird’s wohl nur mit GR&#220;N geben. Recht praktisch eigentlich, dass eine Landtagswahl vor der T&#252;r steht. Den Ruhestand k&#246;nnte Wolf dann ja am Nordseestrand verbringen. Mit einem guten Buch oder der Schleswig-Holsteinischen Gemeindeordnung.</p>
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