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Städtebau
18Dez

Städtebauliche Qualität entsteht durch Vielfalt

Seit dem Ausgang des Schweizer Volksentscheids verfolge ich die Presseberichterstattung zum Minarettverbot und die sich anschließenden Diskussionen über die Auswirkungen des Minarettbaus auf unsere abendländisch und christlich geprägte Stadtbaukultur.

Die außerordentlich emotionalisierte Debatte berührt die Gemüter. Den Moscheebauern wird vorgehalten, die Islamisierung der Gesellschaft voranzutreiben. Aus meiner Sicht gibt es dabei ein eklatantes Missverhältnis zwischen Ängsten vor dem Unbekannten und realer Bedrohung. Gerade deshalb ist es wichtig, die Probleme im Zusammenleben offen zu benennen und ernst zu nehmen. Denn mit den Ängsten der Menschen ein politisches Geschäft zu machen, ist für ein gelungenes Zusammenleben der falsche Weg. Das darf nicht sein. Hier wird ein Streit auf ein architektonisches Detail zugespitzt, das aber nur Platzhalter für eine misslungene Integrationspolitik ist. Gerade großstädtische Stadtbilder sind unter anderem geprägt von Parallelgesellschaften in denen augenscheinlich überwiegend muslimische MigrantInnen ihre Kultur, ihren Lebensstil und ihre Religion leben. Für Berlin kann ich sagen, gerade das macht die Stadt trotz aller in diesem Zusammenhang stehenden Probleme so außerordentlich spannend, für Besucher aber auch für die hier lebenden Bürger und Bürgerinnen.

Vorgestern war in der „Welt“ zu lesen, dass die Nordrhein Westfälische Initiative „Pro NRW“  bis zur NRW Landtagswahl gemeinsam mit anderen Rechtsparteien eine politische Strategie entwickeln will, um Neubauten muslimischer Gebetshäuser auch in der Bundesrepublik zu verhindern. Mit der weiteren Verselbständigung dieser Bestrebungen in der gesellschaftspolitischen Diskussion lösen wir kein einziges Integrationsproblem. Wir benötigen eine faire Auseinandersetzung mit den muslimischen EinwanderInnen deren Ziel ein friedliches Miteinander sein muss. Um es mit den Worten des Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden, Samuel Korn, zu sagen: „Wer baut will bleiben“, sich in unsere Gesellschaft einbringen und teilhaben.

Städtebauliche Qualität entsteht durch Vielfalt und die städtebauliche Integration von Moscheen oder Minaretten ist eine architektonisch und städtebaulich lösbare Aufgabe. Für mich sind Gelsenkirchen oder das geplante Minarett in Köln gelungene Beispiele.

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