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04Mai

Stop A4 – Aktiv gegen die “FELS”

In Zeiten von knappen Haushalten scheint es fast unfassbar, dass die Länder NRW und Hessen ernsthaft den Neubau einer 3-4 spurigen Autobahn, quer durch die intakte Natur des Siegerlandes, Nordhessen und Wittgenstein, plant. Der wirtschaftliche Nutzen der geplanten Fernstraße ist zweifelhaft – dem Bürger wurde dieses Planungsprojekt als “Perlenkette” von Ortsumgehungen verkauft. Schwarz auf Weiß ist nun aber dass es sich um eine Fernstraße für den Ost-West Verkehr handelt, deren Planung Millionen von Euros verschlingt, was die hiesigen Politiker nach wie vor nicht zugeben wollen. Am Sonntag dem 02.05.2010 um 15:00 Uhr fanden sich etwa 200 Gegner der geplanten Fernstraße FELS (Ferndorf-Eder-Lahn-Straße aka Lückenschluss A4) zu einer Protestaktion in Unglinghausen zusammen. Es wurde die insgesamt 13. Widerstandseiche in der Trasse der geplanten Straße gepflanzt. Der Protestmarsch wurde von der Bürgerinitiative Unglinghausen “Pro Mensch und Natur” und der “Interessengemeinschaft der betroffenen Waldgenossenschaften” (I.d.b.W.) organisiert. Landtagskandidat der Grünen Florian Kraft repräsentierte die Ortsverbände Netphen und Siegen, die entschieden gegen die FELS einstehen. Florian Kraft überreichte den vertretenen Bürgerinitiativen einen Scheck in Höhe von jeweils 100 EUR als Unterstützungsspende für den aktiven Widerstand.

Die geplante Fernstraße darf wegen ihrer schwerwiegenden Beeinträchtigungen für Mensch und Natur nicht gebaut werden, darum ist jetzt geschlossener Widerstand angesagt, um die Planungen zu stoppen. Allein in Unglinghausen werden über eine Länge von rund 2,5 km die schönsten Plätze und Quellgebiete unwiederbringlich für alle Zeiten vernichtet. Zusammenhängende Waldgebiete werden zerschnitten und verlieren ihren Waldbewirtschaftungswert. Der Lebensraum für Pflanzen und Tiere wird zerstört. Die Wanderstrecken X5, A1, A2, A3, A4, N liegen auf dem Höhenzug, das Naherholungsgebiet geht verloren.

Bereits seit 2009 setzen sich zahlreiche Bürgerinitiativen gegen den Strassenbau ein, und verzeichnen schon mehr als 9000 UnterstützerInnen – die Beteiligten Organisationen haben sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen – www.stop-a4.de und www.a4-nein.de.

Hinweis: Dies ist ein Gastbeitrag der Grünen Netphen gegen den Bau der Ferndorf-Eder-Lahn-Straße (FELS).

17Nov

„Wo man nicht überzeugen kann, sollte man zumindest Verwirrung stiften.“

Vor wenigen Tagen hatte ich das große „Vergnügen“ die ganz persönlichen „Regierungserklärungen“ ausgewählter Koalitionäre – darunter auch die des neuen Verkehrsministers Dr. Peter Ramsauer – live in der vierten Sitzung des Bundestages zu verfolgen.

Dass man sich auf verschiedenen Politikfeldern noch nicht ganz über die zukünftige politische Richtung verständigen konnte, ist ja nichts Neues. Auf dem Gebiet der Verkehrspolitik scheint man sich mittlerweile jedoch auf eine gemeinsame Linie geeinigt zu haben. Die Damen und Herren von Union und FDP arbeiten jetzt offensichtlich ganz nach dem Motto: „Wo man nicht überzeugen kann, sollte man zumindest Verwirrung stiften.“.

Ramsauer hatte mit seinen scheinbar wetterabhängigen Positionen zur PKW-Maut schon gut vorgearbeitet. Zuvor hatte sein Parteivorsitzender Seehofer mit Merkel vereinbart die Diskussion vorerst ruhen zu lassen. Doch noch bevor die Kanzlerin ihren vorschnellen Minister zurückpfeifen konnte, hatte der bereits die Maut-Fans in Bayern und Baden-Württemberg aktiviert.

Die Kanzlerin hatte ihre Unionskollegen noch gar nicht wieder unter Kontrolle, da legte bereits der kleine Koalitionspartner nach. Wir erinnern uns: Im Wahlprogramm der FDP wurde die Einführung einer PKW-Maut als „Finanzierungssystem, das von den Unwägbarkeiten des Bundeshaushaltes unabhängig ist“ gepriesen. Während der Koalitionsverhandlungen sprach sich Hermann-Otto Solms – der finanzpolitische Sprecher der FDP – dann zwar gegen die Maut aus. Davon unbeeindruckt zeigte sich jedoch sein Partei-Freund Patrick Döring. Der verkehrspolitische Sprecher der FDP machte jedenfalls bis zuletzt deutlich, dass die PKW-Maut für ihn „grundsätzlich eine Option“ sei. Dass seine Fraktionschefin Birgit Homburger das anders sieht, ist ihm offensichtlich nicht bewusst. Die sagte vor kurzem der “Leipziger Volkszeitung”: “Eine Pkw-Maut steht weder im Koalitionsvertrag, noch ist sie das Ziel dieser Koalition.” Tatsächlich steht im Koalitionsvertrag zum Thema PKW-Maut – wie auch zu vielen anderen strittigen Punkten – vorsichtshalber erst einmal nichts. Ob es dazu jedoch eine weitere Arbeitsgruppe, Kommission oder ähnliches geben soll, ist nach wie vor ungewiss.

Und der Verkehrsminister? Der schweigt mittlerweile lieber. Vielleicht hatte er auch einfach Angst vor einem erneuten „bösen Anruf“ aus dem Bundeskanzlerinnenamt. Jedenfalls verlor er in seiner Antrittsrede am vergangenen Mittwoch kein Wort zum Thema PKW-Maut.

Ich bin jedenfalls gespannt wie sich die Debatte um die PKW-Maut bei uns weiterentwickelt, Hut ab vor unseren Nachbarn in den Niederlanden, die ab 2012 in einem ehrgeizigen Projekt nicht mehr den Besitz von Autos besteuern, sondern die Benutzung desselben.

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