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09Apr

Liveblog: Der GRÜNE Tourstart – Die heiße Phase beginnt

Die Außentemperaturen steigen wieder und auch der GRÜNE Wahlkampf geht in die heiße Phase. Heute, am 9. April, beginnt unsere Wahlkampftour quer durch NRW (alle Tourtermine findest Du hier). Darauf wollen wir uns gemeinsam mit unseren aktiven WahlkämpferInnen einstimmen, um nach den 9. Mai in NRW mehr möglich zu machen. Wir berichten live von unserem Tourstart in der Landgeschäftstelle mit unserer Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann.

9:20 Uhr

Das GRÜNE Kaffeemobil steht bereits vor der Geschäftstelle und wird in Betrieb genommen. In den nächsten Wochen wird es in ganz NRW unterwegs sein und Passanten in den Innenstädten mit frischen Bio-Kaffee zum Polit-Plausch versorgen.

9:40 Uhr

Die Frischwassertanks sind gefüllt, der Biokaffee steht bereit. Pünktlich zum Eintreffen von Sylvia Löhrmann soll es den ersten frischen Kaffee geben.

9:52 Uhr

Der Frühstückstisch ist gedeckt. Zusammen mit den Freiwilligen von Meine Kampagne, dem Team der LGS und einigen Vertretern der Presse wird Sylvia uns auf den Wahlkampf einstimmen.

9:59 Uhr

Pünktlicher als die Maurer nebenan trifft Sylvia in der Geschäftsstelle ein. Die ersten Journalisten folgen direkt.

10:07 Uhr

Volles Haus in der LGS. Sylvia steht der Presse Rede und Antwort – warum sich in NRW nach dem 9. Mai etwas ändern muss und das es dafür starke GRÜNE braucht.

10:12 Uhr

Auch die Freiwilligen von Meine Kampagne waren eingeladen, mit Sylvia in die heiße Wahlkampfphase zu starten.

10:15 Uhr

Die letzte Stärkung vor dem Tourstart.

10:24 Uhr

Zusammen mit Sabine Brauer (Politische Geschäftsführerin) und Daniela Schneckenburger (Landesvorsitzende) stimmt Sylvia alle auf die nächsten Wochen bis zum 9. Mai ein. Sie bedanken sich für den bis jetzt schon engagierten Wahlkampf des jungen, wilden und kreativen Teams – bereits seit Anfang des Jahres befindet Sylvia sich im Wahlkampf.

10:28 Uhr

Sylvia hat das Gefühl, dass GRÜNE der Taktgeber in diesem Landtagswahlkampf sind. Wir setzen Standards und wir sind wie immer schneller: Unser Wahlkampfauftakt ist vor den anderen Parteien, unser Programm wurde als erstes beschlossen und auch die GRÜNE Kampagne ging als erstes an den Start.

10:32 Uhr

Sylvia freut sich auf den Straßenwahlkampf in den Kreisverbänden, unsere Themenkampagnen und ganz besonders auf Drei-Tage-Wach – auch die letzten 72 Stunden des Wahlkampf werden GRÜN!

10:35 Uhr

Jetzt gehts schnell: Sylvia eröffnet dem Wahlkampfauftakt symbolisch und enthüllt unser Banner vor der GRÜNEN Geschäftsstelle. Slogan: “Damit sich was ändert.

10:40 Uhr

Auch das Kaffeemobil darf endlich zum Premiereneinsatz kommen. Bei frisch gebürhten Biokaffee mit hervorragender Crema stehen Sylvia, Daniela und Sabine der Presse noch Rede und Antwort.

10:48 Uhr

In gemütlicher Atmosphäre stehen die Freiwilligen von Meine Kampagne, das Team der LGS, vorbeikommende Passanten, Journalisten und Sylvia zusammen und trinken beim Politplausch einen Bioespresso.

27Jan

Rüttgers’ Strategie: Ausschweigen!

Es sollte wohl mal wieder ein Meisterstück der politischen Kunst werden, das Jürgen Rüttgers am vergangenen Donnerstag auf der parlamentarischen Bühne versucht hat. Fast eine Stunde geredet, und nichts gesagt. Jedenfalls nichts zu dem, was mich und viele andere wirklich interessiert hätte.

Statt über die Auswirkungen der schwarz-gelben Regierungspolitik in Berlin auf  Nordrhein-Westfalen zu debattieren, bot der Ministerpräsident über die Schlussfolgerungen der Landesregierung aus dem Bericht der so genannten Zukunftskommission. Eine Kommission, die der teuerste Teil von Rüttgers’ Imagekampagne ist. Der Bericht dieser Image-Kommission ist übrigens schon im April 2009 – vor fast einem Jahr – vorgelegt worden.

Rüttgers also nimmt Zuflucht zu diesem Bericht, vermischt ihn mit Versatzstücken seiner Regierungsbilanz und gibt Versprechungen zu politischen Vorhaben ab – bezeichnenderweise teils dieselben wie vor der letzten Landtagswahl, etwa die zu den kleineren Klassen. Dabei bleibt der viel aktuellere Koalitionsvertrag beziehungsweise die Meinung des NRW-Ministerpräsidenten dazu im Trüben. Dabei hat sich der MP doch im Oktober 2009 ständig vor die Kameras gestellt und damit klargestellt, wie eng, wie dicht er bei den Koalitionsverhandlungen dabei war. Dass NRW die Blaupause sei, der Geist von NRW auch in Berlin zu spüren sei. Und dann sagte er: keine Zumutungen, keinen sozialen Kahlschlag.

Mittlerweile gibt es die ersten Zuzahlungen bei den Krankenkassen, es droht das Ende der solidarischen Finanzierung. Da gibt es in der FR eine interessante Zusammenstellung von Indizien, die auf die Richtung zeigen, auf die Gesundheitsminister Rösler stramm zumarschiert.

Und Rüttgers? Der so dicht dabei war, bei den Verhandlungen? Schweigt dazu. Erklärt sich lieber zur Zukunftskommission.

Dabei hätten wir gerne gewusst, wie Rüttgers’ Aussage in der FAZ vom 4. November 2009 heute zu bewerten ist. Damals sagte er: “Mir ist Glaubwürdigkeit in der Politik wichtig, deshalb kann man jetzt nicht erklären, man hätte nichts gewusst und wäre nicht dabei gewesen.”

Und dann, bei seiner Rede vor der CDU NRW, am vergangenen Wochenende, distanziert er sich von dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz. Es sei ” «nicht in allen Teilen geprägt von tiefer Weisheit, sondern teilweise eher vom Gegenteil. Nur Steuern zu senken führt noch nicht zu neuen Arbeitsplätzen». Die Forderung nach Steuersenkungen sei «nur so lange richtig, so lange man’s auch bezahlen kann.» So berichtete es der derwesten.de.

Da frage ich mich doch: War er nicht dabei, bei den Koalitionsverhandlungen? Hat er nichts gewusst? Hat er dem Gesetz im Bundesrat nicht zugestimmt?

Und er hätte doch wunderbar in einer Regierungserklärung darlegen können, welche Teile denn nicht, und welche doch von tiefer Weisheit geprägt waren.

Sind 885 Millionen Einnahmenverlust für NRW schon in 2010 von tiefer Weisheit geprägt? Sind hohe Entlastungen für reiche Eltern, geringe Entlastungen für Mittelverdiener und überhaupt keine Entlastung für Eltern in Armut von tiefer Weisheit geprägt?

Und dann hätte er gleich den gesamten Koalitionsvertrag bewerten können – und zwar nicht aus Sicht des Nicht-Wahlkämpfers Rüttgers, sondern aus Sicht des Ministerpräsidenten eines Bundeslandes.

Und da hätte ich ihm durchaus zu schonungsloser Offenheit geraten, wie er sie am 24. Oktober 2009 mal angedeutet hat. Da sagte er in der WAZ: “Es soll durch die Politik keine Beitragserhöhungen geben. Sollte es zu einem ungebremsten Kostenanstieg kommen, zum Beispiel bei der Gesundheit, ist das Sache der Versicherer.”

Übersetzt: “Wenn es doch anders kommen sollte, ist das nicht unser Problem, nicht unsere Schuld.” Da, wo es drauf ankommt, da drückt er sich vor der Verantwortung. Kosten im Gesundheitssystem? Sache der Versicherer! Da frage ich den Ministerpräsidenten schon gerne: nicht auch Sache des Gesundheitsministers? Oder eines Ministerpräsidenten, der gleichzeitig Vize seiner Partei ist?

Aber Rüttgers äußert sich nicht. Wir haben ihn mehrfach aufgefordert, zu den Koalitionsverhandlungen in Berlin eine Regierungserklärung abzugeben. Aber erst wollte er der Kanzlerin nicht vorgreifen. Die hat sich mittlerweile erklärt, diese Ausrede zählt also längst nicht mehr. Nun ist es deutlich: Der Ministerpräsident kneift. Er will nicht offenlegen, was  auf die Menschen zukommt. Wie die maroden Kassen von Bund, Ländern, Städten und Gemeinden den Steuersenkungswahnsinn verkraften sollen. Wie es mit der Atomenergie weitergeht.

Rüttgers’ Strategie, leicht abgewandelt und von Kohl gelernt: Ausschweigen. Wahlkampf á la Merkel eben. Weil er genau weiß, dass die schwarz-gelbe Politik im Bund mit keinen noch so tollen Worten schöngeredet werden kann.

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