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26Nov

Fachkräfte – Verzweifelt gesucht? Wege zur Fachkräftesicherung in NRW

Unter diesem Motto lud Daniela Schneckenburger, MdL zum „Grünen Wirtschaftsdialog“ in den NRW Landtag zu Düsseldorf ein.

Das Thema an sich hat meine Aufmerksamkeit. Seit längerem verfolge ich die Diskussion über einen so genannten kommenden (oder bereits vorhanden?!?) Fachkräftemangel in der deutschen Wirtschaft. Momentan sind auch sich widersprechende Studien (Interpretationen) auf „dem Markt“.

Aber auch das Podium erweckte meine Aufmerksamkeit. Neben Daniela waren auch Cem Özdemir (Vorsitzender Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Maria Icking (Heinrich Böll Stiftung NRW), Staatssekretär Dr. Wilhelm Schäffer (MAIS), Hans-Jürgen Alt (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau NRW) und andere auf dem Podium.

Wichtige Punkte die ich von dieser Veranstaltung mitnehme (aber bestimmt nicht alle, die gefallen sind!). Unisono wurde festgestellt, dass

  • Deutschland (in Hinblick auf Fachkräfte) eher ein Auswanderungs- als ein Einwanderungsland (geworden) ist.
  • bei Fachkräften nicht immer nur auf fehlende Ingenieur_innen , IT-Expert_innen etc verwiesen werden darf, sondern auch und vor allem (sic) auf Personen im Dienstleistungsbereich (Pflege, Kinderbetreuung- und erziehung etc.)
  • nicht immer nur die „Menge“ (Quantität) sondern auch auf die Qualität in den Fokus genommen werden muss.
  • die Integration von Migranten verbessert werden muss.

Einige Zeit nahm die Debatte über die lebenslange Qualifizierung von Arbeitnehmer_innen ein. Dabei wurde von einigen Personen der Wunsch nach einem Konzept ähnlich der „Open University“ geäußert. Die These von Dr. Maria Icking („Fatale Ausrichtung des deutschen Bildungswesen auf die Erstausbildung“) unterstützt damit auch den Wunsch der Teilnehmer_innen nach einem offenen lebenslangen Bildungs- und Weiterbildungssystem.

Leider waren für die Veranstaltung nur drei Stunden vorgesehen. Viele Fragen und Anmerkungen blieben offen. Hier nur ein kleiner nicht vollständiger Auszug aus meinen Aufzeichnungen:

  1. Leider wurde auf der Veranstaltung immer von Wirtschaftswachstum ausgegangen. Eine kritische Auseinandersetzung zum Thema „Grenzen des Wachstums“ – so meine Wahrnehmung – blieb aus.
  2. Der Übergang zwischen Schule und Ausbildung wurde (sehr eindringlich und nachvollziehbar (sic) durch Frau Müsterländer) angesprochen. Daraus müssen m.E. Konsequenzen gezogen werden. Dabei könnte das Telgter Modell hilfreich sein.
  3. Wie sieht die Verdrängung von Schüler_innen die NICHT das Abitur haben durch Schüler_innen MIT Abitur aus? Also die Frage der Bildungsentwertung.
  4. Hemmnisse des 2.Bildungswegs wurden leider nicht angesprochen (erschwerte Bafög-Bedingungen, GKV-Versicherung ab dem 30igsten Lebensjahr etc.).
  5. Kinder aus ALG II-Familien denen durch das Nichterleben einer (Erwerbs-)Arbeitswelt der Bezug zur (Erwerbs-)Arbeit fehlt. Auch dieses Thema hatte wenig Raum. Studien zufolge antworten Grundschulkinder aus ALG-II-Familien auf die Frage „Was wollt ihr werden?“ nicht mehr „Feuerwehrmann“, „Polizist“ etc. sondern „HARTZer“.
  6. Numerus clausus Regelungen an Hochschulen die Interessierte abhalten, wurde leider nicht angesprochen. (Wer sagt denn, dass eine Person die an der Schule „keinen Eifer“ hatte, in einem Studium das sie/er selbst aussucht auch keinen Eifer entwickelt?)
  7. Warum müssen Personen die sich zur Meister_in ausbilden lassen möchten, diese Ausbildung aus eigener Kassen zahlen?
  8. (…) Die Liste könnte noch weitergeführt werden.

Grundsätzlich war die Veranstaltung (trotz Zeitmangel) für mich eine große Bereicherung. Deswegen ein großer Dank an Daniela (sic) und Ihr Team (sic), der mit dem Wunsch einer „Verlängerung“ zusammenhängt.

Dieser Blogeintrag ist auch auf meinem Blog (wolfgangrettich.wordpress.com) veröffentlicht.

13Apr

Nie wieder Bewerbungsfotos!

Wenn die Kernzeiten auf der Arbeit mit den Öffnungszeiten der Kita kollidieren, wenn ab Mitte 40 das „Verfallsdatum“ auf dem Arbeitsmarkt abgelaufen ist, oder wenn die Bezahlung so unterirdisch schlecht ist, dass man eigentlich besser zu Hause bleiben könnte

 – dann heißt für immer mehr Frauen die Alternative: Ich werde selbstständig.

Selbstständigkeit liegt bei Frauen im Trend:  Waren 1991 rund 25 Prozent  der Selbstständigen weiblich, sind es 2006 bereits 30 Prozent. Nach Berechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn stieg die absolute Zahl an Frauen, die den Sprung in die Selbständigkeit wagten, zwischen 1991 und 2008 um beeindruckende 65 Prozent.

Der überwiegende Teil aller selbstständigen Frauen arbeitet im Dienstleistungs-, im Gesundheits- und im Sozialsektor.

Diese Branchen sind Wachstumsbranchen. Das IAB in Gelsenkirchen schätzt, dass der Gesundheitssektor bis 2015 um 10 bis 20 Prozent  wachsen wird. Hier gibt es ein riesiges Potential für neue Arbeitsplätze. Die Versorgung kranker und pflegebedürftiger Menschen beispielsweise schafft fünf Mal so viele Arbeitsplätze wie die Herstellung von Kraftfahrzeugen.

Weibliche Selbstständigkeit setzt also auf Zukunft. Sie trifft auf eine Branchen mit enormem Wachstumspotential und kann gleichzeitig eine Vielzahl an Arbeitsplätzen schaffen.

 Allein – die altbekannten Probleme bleiben:

Ebenso wie bei der Berufswahl ist auch bei den Unternehmensgründungen festzustellen, dass Frauen aus einem sehr engen Spektrum an Alternativen wählen. Besonders in techniknahen Branchen sind Unternehmerinnen immer noch deutlich unterrepräsentiert. Gewählt werden Branchen in denen schlecht bezahlt wird – gerade der Gesundheitssektor krankt an diesem Problem. Hier besteht besonders die Gefahr, dass reguläre Beschäftigungsverhältnisse aus dem Betrieb ausgegliedert werden und dann beim selben – nun selbstständigen – Mitarbeiter zu einem günstigeren Preis wieder einzukaufen.

Frauen sind auch seltener Chefinnen – gründen also seltener Betriebe in denen dann auch Mitarbeiter beschäftigt werden. Sie gründen öfter so genannte „Teilzeit-Selbstständigkeiten“ und sind in den Nettoeinkommensgruppen unterhalb von 1500 Euro deutlich überrepräsentiert.

Doch auch  Selbstständigkeit nicht zwangsläufig den großen Geldsegen bringt,  und auch wenn oft weit mehr Flexibilität und Einsatz von den Unternehmerinnen gefordert wird, und die Vereinbarkeit mit der Familie schwerer ist als gedacht -  Gründung lohnt sich. Weil sie Perspektiven schafft. Weil sie die Möglichkeit für Innovation, Kreativität und Unabhängigkeit gibt. Und weil sie sich nichts desto trotz in vielen Fällen auch finanziell lohnt.

Hier muss grüne Wirtschaftspolitik ansetzen.

Schon in der Zeit der letzten rot-grünen Landesregierung wurde in NRW eine sehr gute Struktur für Unternehmensgründungen etabliert. In den letzten fünf schwarz-gelben Jahre gab es jedoch besonders im Bereich der zielgruppenspezifischen Wirtschaftsförderung  deutliche Rückschritte. Ließ sie doch die schwarz-gelbe Regierung beispielsweise die Beratungsstelle Frau und Beruf zerschlagen und auch Beratungsstellen für Migranten und Migrantinnen.

Im „Green New Deal“, dem neuen Programmentwurf Grüner Wirtschaftspolitik, liegt nun ein wichtiger Schwerpunkt auf der der Förderung der Existenzgründung, besonders auf der Förderung kleiner und mittleren Unternehmen.

Nicht weniger als die Transformation der Gesellschaft haben Grüne sich vorgenommen. Kleine und mittlere Unternehmen sind der Punkt, an dem angesetzt werden muss. Mit einer gezielten Cluster- und Wirtschaftsförderungspolitik kann erreicht werden, dass aus dem Industrieland NRW ein zukunftsfähiger Wirtschaftsstandort wird, der auf neue Grüne Technologien setzt und neue Qualitätsstandards in den Dienstleistungsbranchen etabliert.  Weibliche Unternehmerinnentätigkeit wird hierbei eine wichtige Rolle spielen.

08Apr

Nachgefragt: Was ist der Green New Deal?

Mit dem Green New Deal wollen wir in den nächsten fünf Jahren – durch gezielte Investitionen in Klimaschutz, Umweltwirtschaft, Bildung, Gesundheit und sozialen Arbeitsmarkt – bis zu 200.000 neue Jobs in Nordrhein-Westfalen schaffen. Das Konzept des GreenNewDeal wurde im letzten Jahr von uns zur Europawahl vorgestellt und – nicht nur bei der Klimakonferenz in Kopenhagen – in den Medien diskutiert. Die Frage nach (fast) einem Jahr – kennen die Menschen auf der Straße den Green New Deal bereits? Und wenn ja, was denken sie darüber? Um dies herauszufinden sind wir mit einer Kamera in Düsseldorf unterwegs gewesen und haben nachgefragt. Das Ergebnis: Auch wenn nur Wenige den Green New Deal kannten, stimmten die Befragten dem Konzept deutlich zu und hielten auch dessen Umsetzung durchaus für realistisch.

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Unser Konzept kurz & knapp zusammengefasst: der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion soll bis 2020 auf mindestens 22 Prozent steigen und die energetische Gebäudesanierung von etwa 200.000 Wohnungen pro Jahr unterstützt werden. Diese Investitionen sind wichtig für den Klimaschutz und fördern insbesondere den Mittelstand und das Bauhandwerk. Weiter neue Jobs sollen durch eine verbesserte Qualität der Bildungsangebote und durch den Ausbau von Ganztagsschulen und die frühkindliche Betreuung entstehen, sowie im Sozial- und Pflegebereich.

Wenn auch Du mehr über den Green New Deal erfahren möchtest, kannst Du uns natürlich gerne bei unseren zahlreichen Tourterminen besuchen und näher über die grüne industrielle Revolution informieren.

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